Das Kraftwerk Staudinger in Groß-Krotzenburg.
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Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) hat das Regierungspräsidium Darmstadt aufgefordert, dem geplanten Gaskraftwerk „Staudinger Block 8“ in Groß-Krotzenburg keine Genehmigung zu erteilen.
Am Standort des Kraftwerks Staudinger plant der Betreiber Uniper den Bau einer Anlage mit Gasturbine und Gaskessel. Die Anlage soll eine elektrische Leistung von 890 Megawatt erreichen. Der BUND Hessen kritisiert, dass die beantragte Anlage die versprochene Fähigkeit „H2-ready“, also mit Wasserstoff betrieben zu werden, gar nicht besitzt. Nur 50 statt 100 Prozent Wasserstoff können laut Antrag eingesetzt werden. Dabei bleibt ungeklärt, wann und wie jener Wasserstoff zur Verfügung gestellt werden soll, ob dieser erneuerbar erzeugt wurde und ob die geplante Turbine überhaupt umgerüstet werden kann. Tatsächlich ist somit unklar, welche Umweltauswirkungen diese Anlage hätte. Der Antrag von Uniper beruht damit auf falschen Behauptungen.
„Das Regierungspräsidium darf keine Anlage genehmigen, die nur aus Einbildung, Fantasie und Hoffnung besteht“, stellte Werner Neumann, Energieexperte des BUND, in einem Erörterungstermin mit dem Regierungspräsidium fest.
Der BUND Hessen kritisiert zudem, dass Uniper die Anlage nicht nur als Reserve für Zeiten mit wenig Stromangebot von Sonne und Wind einsetzen und sich bei der geplanten Ausschreibung des Bundeswirtschaftsministeriums beteiligen, sondern die Anlage das ganze Jahr laufen lassen will. Berechnungen des BUND Hessen zufolge ist ein jährlicher Ausstoß von 3 Millionen Tonnen CO2 mit Schadenskosten von 1 Milliarde Euro im Jahr verbunden. „Der jährliche Klimaschaden auf Kosten der Allgemeinheit wäre genauso hoch, wie die Anlage einmalig kostet, die staatlich subventioniert werden soll“, erklärt Werner Neumann. „Es ist absurd und gefährlich, wenn Uniper als Unternehmen, das zu 99 Prozent dem Staat gehört, gegen jegliche gesetzlichen Klimaschutzziele auf Bundes- und Landesebene verstößt.“
Der BUND Hessen fordert das Regierungspräsidium daher auf, der Anlage aus formalen sowie aus Gründen des Umweltschutzes die Genehmigung zu verweigern.
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- Dr. Werner Neumann, BUND-Energieexperte, 0172 66 73 815
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