Am 15. Oktober 2026 feiert der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) seinen 50. Geburtstag. 1976 gründete eine Initiativgruppe um Ruth Hofbauer, Gerhard Sitzer und Friedrich von Wangenheim den Landesverband, um Natur und Umwelt in Hessen eine starke Stimme zu geben. Aus wenigen wurden viele: Heute zählt der Verband mehr als 32.000 Unterstützer*innen.
Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen: „Vor 50 Jahren ging es vor allem darum, überhaupt Gehör zu finden: für den Schutz der Natur, gegen Flächenversiegelung, Umweltverschmutzung und das Artensterben. Vieles davon ist heute gesellschaftlich und politisch verankert. Gleichzeitig sind die ökologischen Krisen größer geworden. Klimawandel, Artenverlust, übernutzte Böden und knappe Ressourcen verlangen deshalb weiterhin entschlossenes Handeln.“
Dabei ist der BUND Hessen vor allem eines geblieben: ein Mitmachverband. Ehrenamtliche pflegen Streuobstwiesen, setzen sich für Schutzgebiete ein, organisieren Demonstrationen und Aktionen, bringen ihre Expertise in Bebauungspläne und Gesetzesvorhaben ein und vermitteln Umweltwissen. Auch die BUNDjugend trägt mit zahlreichen Aktivitäten zum Engagement des Verbandes bei. „Das Engagement unserer Aktiven ist heute so wichtig wie zu Beginn. Es zeigt: Wenn wir gemeinsam etwas bewegen wollen, können wir das auch schaffen“, sagt Jörg Nitsch.
Kritische Stimme mit konkreten Lösungen
Der politische Rückenwind für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz hat jedoch nachgelassen. „Es wäre schön, wenn es den BUND Hessen nach unseren ersten 50 Jahren nicht mehr bräuchte. Davon sind wir allerdings weit entfernt. Gerade die politischen Entwicklungen in Hessen zeigen, dass wir uns auf Erreichtem nicht ausruhen dürfen“, sagt Jörg Nitsch. „Der Hitzesommer 2026 hat den Klimawandel für alle spürbar gemacht. Trotzdem baut unsere Landesregierung den Klimaschutz weiter ab und dreht Errungenschaften im Natur- und Umweltschutz der vergangenen Jahre zurück. Das können wir nicht hinnehmen. Deshalb werden wir weiter Druck machen, konkrete Lösungen vorlegen, Menschen mobilisieren, Bündnisse schmieden und, wenn nötig, vor Gericht ziehen.“
Für den BUND gehört dabei von Anfang an beides zusammen: ökologischer Schutz und soziale Gerechtigkeit. „Umweltbelastungen treffen nicht alle Menschen gleichermaßen. Menschen mit geringem Einkommen sind z. B. häufiger Lärm und schlechter Luft ausgesetzt. Deshalb müssen Umwelt- und Klimaschutz sozial gerecht gestaltet sein. Das gehört ebenfalls zu uns. Genau deshalb engagieren wir uns auch in zahlreichen Bündnissen“, erklärt Jörg Nitsch.
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