Die Männchen des etwa sperlingsgroßen Singvogels, der zur Familie der Drosselvögel zählt, sind durch einen schiefergrauen Rücken, rahmfarbene Brust, schwarze Flügel und eine schwarze Augenbinde gekennzeichnet, die Weibchen sind insgesamt eher rahmfarben und weniger kontrastreich gezeichnet. Beiden Geschlechtern aber ist ein Kennzeichen gegeben, das es selbst dem Laien möglich macht, die Vögel ohne Fernglas in der Natur zu erkennen: der auffallend weiße Bürzel, dessen Zeichnung sich an den Seitenfedern zum Schwanzende hin fortsetzt und vom Tiefschwarz des übrigen Schwanzes abhebt. Der Schwanz ist gleichsam ein schwarzes "T" auf weißem Grund. Wenn der Vogel vor dem Beobachter auffliegt, sticht das leuchtende Weiß urplötzlich ins Auge, um bei der Landung ebenso schnell wieder zu verschwinden; der Vogel ist dann durch seine sonstige Zeichnung des Gefieders in der Umgebung nahezu unsichtbar.
Der Steinschmätzer ist ein Zugvogel, der in Afrika überwintert und Anfang bis Mitte April nach Europa zurückkehrt. Die Männchen wählen die Nisthöhlen aus und beginnen den Nestbau zusammen mit den Weibchen, die dann die Feinarbeiten an den mit trockenem Pflanzenmaterial gefertigten Nest zu Ende führen: die Auspolsterung mit feinen Halmen, Tierhaaren, Federn oder auch Wollresten. Die vier bis sechs Eier werden meist Anfang Mai gelegt, die Brut dauert rund zwei Wochen, ebenso lange dauert die Aufzucht der Jungen bis zum flügge werden. Danach werden die Jungen noch eine Zeit lang in der Nestumgebung mit Futter versorgt. Je nach Witterungsverhältnissen kann es Ende Juni noch zu einer Zweitbrut kommen, ehe die Steinschmätzer Anfang September wieder wegziehen.
Natürlichen Feinden ist der Steinschmätzer zahlreich ausgesetzt. Marder und Wiesel vergreifen sich gerne an der Brut, die sie in der Höhle am Boden leicht erreichen können; Sperber, Baumfalke und Habicht lauern am Himmel. Der Steinschmätzer setzt dem seine gute Tarnung entgegen und ein ausgesprochen vorsichtiges Verhalten bei der Fütterung: Wenn er sich beobachtet fühlt, fliegt der die Höhle mit seinen Jungen nicht an, sondern wartet, ständig Warnrufe ausstoßend, bis die Störung vorüber ist.