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Streuobst ist sein Metier: der Steinkauz

Der Steinkauz (Athene noctua) ist eine nur etwa taubengroße Eule und verbringt das ganze Jahr über in seinem angestammten Brutrevier. In Hessen ist das fast immer ein ausgedehntes Streuobstgebiet mit vielen alten Obstbäumen. Der Name „Streuobstkauz” wäre also viel passender, aber im Süden Europas findet man ihn überall dort, wo die Landschaft karg ist und er seine Brut oftmals in Lesesteinhaufen hat. Das hat ihm seinen Namen eingetragen.

Steinkauz sitzt auf einem Ast vor der Bruthöhle mit einem Steinkauz-Jungen (Foto: Herwig Winter)
Steinkauz und Steinkauz-Junges (Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Als Todesbote verrufen

Ab Ende Februar, Anfang März kann man mit Beginn der Dämmerung die klagenden Rufe des Steinkauzes hören, aber auch seinen schrillen, doppelsilbigen Warnruf, den abergläubische Menschen als „Komm mit“ deuten und der der kleinen Eule, die ja in den Streuobstwiesen lebt, die früher fast immer in unmittelbarer Nachbarschaft zu menschlichen Siedlungen lagen, den üblen Ruf des Todesboten einbrachte.

Junge turnen flugunfähig durchs Geäst

Mitte bis Ende April beginnt der Steinkauz seine Brut mit Vorliebe in einer Höhle eines alten Apfelbaumes. Die etwa drei Wochen danach schlüpfenden Jungvögel, meist vier bis fünf an der Zahl, werden mit Würmern, Schnecken, größeren Insekten und hin und wieder auch einer kleinen Maus gefüttert. Die Altvögel gehen in der Dämmerung und nachts auf die Jagd. Nach ungefähr vier Wochen sind die jungen Steinkäuze flügge, die Höhle verlassen sie jedoch oft schon vorher und halten sich im Geäst des Brutbaumes auf. Auf diese Art und Weise haben sie eine bessere Überlebenschance gegenüber Feinden wie Mardern, die dann nicht alle Jungvögel am gleichen Ort in der Höhle antreffen, wo sie alle auf einmal zur leichten Beute würden.

Die Altvögel tun sicher gut daran, dämmerungs- und nachtaktiv zu sein, denn so entgehen sie Greifvögeln wie beispielsweise dem Habicht. Andererseits können sie ihr Beutespektrum nahezu konkurrenzlos nutzen, denn sie sind um diese Zeit abgesehen von Igeln die einzigen Großinsekten-, Schnecken- und Regenwurmjäger.

Extremer Rückgang von Streuobstgebieten

Hauptsächlich in den 1960er und 1970er Jahren fielen zahlreiche Streuobstwiesen, die bis dahin die meisten Siedlungen zur freien Landschaft hin begrenzten, den Neubaugebieten der Städte und Gemeinden zum Opfer. Eine Zeit lang wurden darüber hinaus sogar Rodungsprämien von der EU gezahlt, denn der Apfelanbau auf Hochstämmen sollte den profitableren Obstplantagen mit niedrigwüchsigen Bäumen weichen. Der Rückgang der Streuobstflächen, die nach wie vor in erster Linie der Ausweitung der kommunalen Siedlungsplanung zum Opfer fallen, ist die Hauptursache dafür, dass der Steinkauz selten geworden ist. In Hessen beträgt der Bestand nur zwischen 700 und 800 Brutpaaren.

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Hinweis zur Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet werden. Andere Verwendungen müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie beim BUND Bundesverband. Der BUND Flörsheim hat langjährige Erfahrung im Bau von Nisthilfen für den Steinkauz (Projekte > Nisthilfen). Der BUND Darmstadt zeigt eine Bauanleitung für Steinkauznisthilfen.

Jetzt Online-Formular ausfüllen und BUND-Mitglied werden! (Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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