Der kleinwüchsige Frühblüher mit den dottergelben Blüten, der bereits im März Farbtupfer in lichte Laubwälder, Parks und auf Wiesen überall dort zaubert, wo der Untergrund feucht und reich an Nährsalzen ist, hat mit Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) schon einen recht merkwürdigen Namen erhalten. Aber nur auf den ersten Blick.
Scharbock = Skorbut
Denn Scharbock ist die alte, volkstümliche Bezeichnung für Skorbut. Diese Vitamin C-Mangelkrankheit endete vor allem bei Seefahrern des Mittelalters, die lange Zeit auf Frischkost verzichten mussten und deshalb fast immer darunter litten, oft tödlich. Nach dem Mangel im Winter stand für Landratten dann aber schnell wieder ausreichend Vitamin C zur Verfügung in Form von Salat aus den Blättern des Scharbockskrauts, das also mit Fug und Recht seinen Titel als Heilpflanze gegen Skorbut trägt. Allerdings müssen die Blätter unbedingt vor der Blüte gepflückt und verarbeitet werden, denn blühendes Scharbockskraut bildet in seinen Blättern das Gift Protoanemonin aus, das bitter und brennend scharf schmeckt und bei Menschen Magen- und Darmreizungen hervorruft. Den weiteren medizinischen Titel, den man der Pflanze mit dem Namen Feigwurz verliehen hat, verdient sie allerdings nicht. Der aus dem Wurzelstock gewonnene Saft wurde früher häufig gegen Feigwarzen eingesetzt. Nach allen heute vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen könnte bestenfalls das auf der Haut zu spürende Brennen des aufgetragenen Safts zu autosuggestiven Erfolgen gegen die Warzen geführt haben.