Die Vorräte benötigt er, da er im Spätsommer und Frühherbst reichlich Nahrung zu sich nehmen muss, um seine Fettschicht für den Winterschlaf aufzufüllen. Zu dieser Zeit aber ist in der freien Feldlandschaft alles abgeerntet; der Hamster würde nicht genug Nahrung finden. Am Ende des Winterschlafs gibt es oft auch noch nicht genug Nahrung, so dass der Vorrat erneut herhalten muss. Die Eingänge zu seiner Wohnung, einem ausgedehnten unterirdischen Gangsystem, verschließt der Hamster meist schon Ende August mit Erde und öffnet sie erst zu Beginn des Frühjahrs wieder. Er verbringt also die kalte Jahreszeit in seiner Wohnung, die neben einer weich mit Gras gepolsterten Schlafkammer und einer gut gefüllten Speisekammer auch eigens über eine Toilette verfügt. Etwa alle zwei Wochen wird der Winterschlaf zu Nahrungsaufnahme und Toilettengang kurz unterbrochen.
Mit seiner gelbbraun gefärbten Oberseite, nahezu schwarzen Unterseite und den seitlichen weißen Flecken (auch Nasenspitze und Vorderfüße sind weiß) ist der Feldhamster der Farbenprächtigste unter allen Kleinsäugern.
Nur zur Paarungszeit im Frühjahr besuchen die Männchen die Weibchen in ihrem Bau, ansonsten leben sie als Singles.
Nach einer fast dreiwöchigen Tragzeit kommen vier bis zwölf Junge nackt und blind und nur etwas 6 bis 7 g schwer zur Welt. Nach weiteren drei Wochen werden sie entwöhnt und verlassen kurz darauf den Bau der Mutter. Sie werden noch im gleichen Jahr geschlechtsreif und ihre Mutter kann weitere zwei Male werfen, so dass die Vermehrungsrate der Hamster beträchtlich ist.
Ebenso beträchtlich ist allerdings die Liste der Feinde, die ihm nachstellen: Greifvögel, Marder und Hermelin haben den Hamster auf dem Speiseplan. Seine hohe Vermehrungsrate ist also eine dringend notwendige Lebensversicherung für die Art.
Doch gegen seinen größten Feind nützt dem Feldhamster diese Art der Lebensversicherung kaum etwas: Intensivlandwirtschaft, insbesondere auch immer größere und schnellere Erntemaschinen, Straßenbau und Siedlungsentwicklung haben ihm in den letzten Jahrzehnten seinen Lebensraum so weitgehend zerstört, dass er mittlerweile zu den bestandsbedrohten Tierarten zählt und den besonderen Schutz des europäischen Naturschutzrechts genießt.