Was macht die Zecke mit so viel Blut? Noch während das Weibchen saugt, muss es von einem Männchen begattet werden, um dann einige Tausend Eier produzieren zu können, die einfach in den Boden oder auf Grashalme abgelegt werden. Aus ihnen schlüpfen winzige, sechsbeinige Larven, die meist kleine Säuger wie beispielsweise Mäuse befallen, um deren Blut zu saugen. Sie benötigen das Blut für ihr Wachstum und die erste Häutung, die am Boden stattfindet und als nächstes Stadium die so genannte Nymphe entstehen lässt. In diesem Stadium überwintern die meisten Zecken und suchen sich dann im kommenden Frühjahr als Opfer in der Regel etwas größere Säuger wie beispielsweise Hasen, Igel oder auch eine Reihe von Vögeln aus. Nach der nächsten Häutung kommt die ausgewachsene Zecke zustande, die sich dann eher an größere Warmblüter wie eben auch den Menschen heranmacht und den Zyklus von Neuem beginnt. Doch alle Larvenstadien können auch den Menschen befallen und an ihm Blut saugen.
Das wäre nun nicht weiter schlimm, würden die Zecken nicht auch Krankheiten übertragen. In unseren Breiten ist es zum einen die Borreliose, eine Bakterienkrankheit, die auch Wanderröte genannt wird, da sie oftmals daran zu erkennen ist, dass um den Zeckenstich herum eine Hautrötung sich ringförmig ausbreitet. Dagegen hilft nur eine möglichst umgehende Behandlung mit Antibiotika. Zum anderen übertragen die Zecken die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine durch Viren hervorgerufene Hirnhautentzündung, gegen die man sich nur vorbeugend impfen lassen kann, wozu in manchen Landkreisen vor allem Südhessens mittlerweile geraten wird.