Die ersten Waben ihres Nestes, das aus zerkautem, eingespeicheltem Holz geformt wird, legen sie in Mäuselöchern ebenso wie in Rollladenkästen oder in Dachböden von Wohnhäusern an, was zunächst noch niemandem auffällt, denn das Anfangsnest besteht nur aus zehn bis zwanzig Brutwaben. Aus den Eiern, die die Königin in die Waben legt und mit Spermien befruchtet, die sie seit der Begattung im vorangegangenen Herbst in einer Samentasche aufbewahrte, schlüpfen ausschließlich unfruchtbare Weibchen, die Arbeiterinnen. Die Königin, die durch das Verströmen von Pheromonen bewirkt, dass sich die Eier nicht zu Königinnen, also fruchtbaren Weibchen entwickeln, widmet sich jetzt nur noch der Eiablage. Die Arbeiterinnen übernehmen den weiteren Aufbau des Nestes in mehreren Etagen und ziehen die aus den Eiern schlüpfenden Larven groß. Die Larven werden mit einem Brei aus zerkauten Insekten gefüttert, weshalb die Wespen in dieser Zeit den meisten Menschen kaum auffallen, da sie auf Insektenjagd sind. Im Laufe des Sommers wächst ein Wespenvolk auf 3.000 bis 4.000 Exemplare an. Da sich die erwachsenen Tiere in der Natur vorwiegend von süßen Pflanzensäften ernähren, werden die nun in großer Zahl vorhandenen Wespen lästig, denn sie schlürfen ebenso gerne Säfte aus Trinkgläsern und essen Kuchen.