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Wird häufig für einen Kolibri gehalten: das Taubenschwänzchen

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) sorgt dafür, dass manche Menschen nicht von der Überzeugung abzubringen sind, es gäbe in Deutschland wild lebende Kolibris. Doch es handelt sich um einen Schmetterling aus der Familie der Schwärmer, deshalb auch Taubenschwanzschwärmer genannt. Mit rund 80 Flügelschlägen pro Sekunde schwirrt er von Blüte zu Blüte, um dort wie ein kleiner Hubschrauber in der Luft stehen zu bleiben und mit seinem mehrere Zentimeter langen Saugrüssel Nektar zu schlürfen, ohne sich auch nur für einen Moment hinzusetzen. Seinen Namen verdankt der kleine Schwärmer den schwarz, braun und weiß gefärbten Haarbüscheln an seinem Hinterende, die an Federn erinnern. Wenn man nicht genau hinschaut, dann wirkt der Saugrüssel wie ein langer, dünner Schnabel. Und schon hat man den Eindruck, dass es sich da um einen Kolibri handelt, zumal die hohe Flügelschlagfrequenz den Schmetterlingsflügel nicht erkennen lässt.

Taubenschwänzchen (Foto: Herwig Winter)
Taubenschwanzschwärmer (Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Hoher Energiebedarf

Die meisten Schwärmer sind dämmerungs- und nachtaktiv; nicht so das Taubenschwänzchen. Von Sonnenauf- bis -untergang ist es rastlos unterwegs. Eine derart hohe Aktivität hat einen entsprechend hohen Energieverbrauch zur Folge. Doch das Taubenschwänzchen schafft es mühelos, den Nektar von bis zu 100 Blüten pro Minute zu tanken und damit seinen Energiebedarf zu decken.

Ursprünglich südlich der Alpen zuhause

Ursprünglich ist das Taubenschwänzchen ein Mittelmeeranwohner, doch seit jeher unternimmt es Wanderungen über die Alpen hinweg nach Mitteleuropa, wobei es bis zu 2.000 km zurücklegt. Allerdings dürfte der empfindliche Schmetterling nördlich der Alpen in früheren Zeiten den Winter nicht überlebt haben. Mittlerweile aber gibt es Tiere, die in klimatisch besonders begünstigten Regionen überwintern und bereits im März ihre rund 200 Eier ablegen. Die Eiablage erfolgt wie fast alles, was die Taubenschwänzchen unternehmen, im Schwirrflug. Dabei werden aber immer nur ein bis zwei Eier auf einmal auf verschiedene Labkrautarten abgelegt, an denen dann die Raupen in der Regel nur nachts fressen. Zur Verpuppung, die nach sechs bis acht Wochen stattfindet, verkriechen sie sich im lockeren Erdreich und bauen ein Gespinst. Im Süden ihres Verbreitungsgebietes bringen es die Falter auf bis zu vier Generationen im Jahr.

Fressfeinde folgen auf dem Fuß

Natürliche Feinde haben nördlich der Alpen eigentlich nur die Raupen zu fürchten, denen eine Reihe von Insekten fressenden Singvögeln nachstellen. Der Schmetterling selbst ist für Fluginsektenjäger wie beispielsweise Schwalben eine Nummer zu groß. Anders ist das im Mittelmeerraum, wo der Bienenfresser als Großinsektenjäger verbreitet ist. Doch dieser farbenprächtige Vogel ist mittlerweile ebenfalls dabei, sein Brutgebiet nach Mitteleuropa auszuweiten.

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Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet werden. Andere Verwendungen müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden.

Jetzt Online-Formular ausfüllen und BUND-Mitglied werden! (Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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