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Nahezu unsichtbar: Das Pantoffeltierchen

Pantoffeltierchen leben in Tümpeln, Flüssen, Seen und selbst noch in der kleinsten Pfütze; dennoch bleiben sie auch bei genauem Hinsehen nahezu verborgen. Es handelt sich nämlich um Einzeller. Die größten Exemplare unter den zahlreichen Arten, mit denen diese Gruppe von Lebewesen überall auf der Welt vertreten ist, messen bis zu 0,3 mm und sind mit dem bloßen Auge gerade einmal als Punkte wahrnehmbar. Da sie sich im Wasser recht schnell fortbewegen, kann man diese Punkte nicht mit Schmutzpartikeln verwechseln. Ihr schnelle Fortbewegung ermöglichen ihnen rund 10.000 Wimpern, so genannte Cilien, die über die Oberfläche der Zelle gleichmäßig verteilt zu rhythmischen Bewegungen fähig sind und der gesamten Einzellergruppe den Namen Wimpertierchen eingetragen hat. Die Pantoffeltierchen verdanken ihre Bezeichnung der Form ihrer Zelle, die an einen Pantoffel erinnert.

Aasfresser und Beutegreifer in einem

Im Gegensatz zu pflanzlichen Einzellern, die sich ihre Nahrung durch Photosynthese selbst herstellen, sind die tierischen Einzeller auf andere Lebewesen oder deren tote organische Substanz als Nahrung angewiesen. Deshalb findet man Pantoffeltierchen immer dort, wo Pflanzenreste verfaulen. Dabei sind sie nicht wählerisch. Alles was klein genug ist, um in die Zelle durch eine Art Mundöffnung aufgenommen werden zu können, wird einverleibt und verdaut. Dazu gehören dann auch andere Einzeller, darunter die kleinsten Lebewesen, die es überhaupt gibt, die Bakterien. Ihrerseits fallen Pantoffeltierchen anderen Einzellern zum Opfer, wie z.B. Sonnentierchen oder Amöben. Doch können sie sich durchaus erfolgreich zur Wehr setzen, indem sie bei einem Angriff aus kleinen Bläschen in der Zellmembran klebrige Eiweißfäden schleudern.

Sex und Vermehrung voneinander getrennt

Ihre Vermehrung ist unspektakulär; sie machen einfach eine Zellteilung. Doch es findet auch ein Vorgang statt, der der Kopulation, wie man sie bei den vielzelligen Lebewesen kennt, vergleichbar ist. Dabei lagern sich zwei Pantoffeltierchen aneinander und tauschen über eine Plasmabrücke genetisches Material aus. Eine Vermehrung ist damit nicht verbunden, wohl aber die bei der Fortpflanzung von Vielzellern stattfindende und für die Evolution bedeutsame Neukombination von Erbinformation.

Jetzt Online-Formular ausfüllen und BUND-Mitglied werden! (Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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