Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland ausgerottet, kehrt er seit Ende des 20. Jahrhunderts allmählich und manchmal nicht ohne Zutun des Menschen wieder zurück, der Nordluchs (Lynx lynx). Die pinselartigen Haare an den Ohrspitzen haben ihm den Kosenamen "Pinselohr" eingetragen. Lange Beine, kurzer Schwanz und kleine Ohrmuscheln stellen ebenso wie die stark behaarten Pfoten eine Anpassung an schneereiche Regionen dar. Obwohl er die Größe eines Schäferhundes erreicht und er mittlerweile selbst im relativ dicht besiedelten Bergsträßer Odenwald nachgewiesen wurde, hat ihn kaum je ein Mensch zu Gesicht bekommen. Das liegt daran, dass die größte Wildkatze Europas als Einzelgänger eine ausgesprochen heimliche Lebensweise hat und in der Regel nur in der Dämmerung und nachts jagt. Zum Beutespektrum gehören alle Säugetiere und Vögel von der Größe einer Maus bis zu der eines Rehs. Da bleibt es nicht aus, dass der Luchs sich auch das eine oder andere Schaf greift und es in der für ihn typischen Art und Weise durch Biss in die Kehle erstickt. Beute von dieser Größe kann er unmöglich auf einmal verspeisen, weshalb er seinen Riss nach einer Mahlzeit mit Ästen und Blättern bedeckt, um ihn vor der Konkurrenz wie Füchsen, Mardern, Kolkraben und anderen, die sich gerne auch an Aas vergreifen, zu verstecken. Zu einem solchen Riss kehrt der Luchs dann regelmäßig zurück, um sich weiter daran gütlich zu tun.