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Trägt kein Kreuz: die Kreuzkröte

Die Kreuzkröte (Bufo calamita) trägt im Gegensatz zu beispielsweise den Kreuzspinnen oder der Kreuzotter keinerlei kreuzförmige Zeichnung auf ihrem Körper. Ihren Namen verdankt sie vielmehr der Tatsache, dass entlang ihres Rückens, landläufig auch Kreuz genannt, eine helle Linie verläuft. Ansonsten weist sie auf der Körperoberseite eine braune bis olivfarbene Marmorierung auf mit einzelnen, kleinen rötlichen Flecken. Die waagrechte Pupille ist von einer grünlichen Iris umgeben. Ihre extrem kurzen Beine ermöglichen kein Hüpfen, sondern eine eher krabbelnde Fortbewegung.

Kreuzkröte: Weibchen und Männchen (Foto: Herwig Winter)
Kreuzkröte: Weibchen und Männchen (Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Männchen sind ziemliche Radaubrüder

Die metallisch rätschenden Paarungsrufe der Männchen, die sie im April und Mai hören lassen, sind bis zu zwei Kilometer weit wahrzunehmen. Im Gegensatz zu Männchen und Weibchen der Erdkröte, die immer wieder gemeinsam zum gleichen Laichgewässer wandern und deshalb nur mit leisen Rufen Kontakt halten, ist die Kreuzkröte einem ständigen Wechsel unterworfen. Die Männchen müssen demzufolge die Weibchen nicht nur zu sich, sondern auch zu dem jeweiligen Laichgewässer rufen. Dafür braucht es die entsprechende Lautstärke.

Ursprünglich hatte die Kreuzkröte ihren Lebensraum auf den Sandbänken und -dünen entlang unregulierter Flüsse. Da es diesen Lebensraum in Deutschland kaum noch gibt, weicht sie auf entsprechende Ersatzlebensräume aus. Dazu gehören Kiesgruben und Mülldeponien ebenso wie Truppenübungsplätze oder auch sandige Ackerflächen.

Eine Pfütze reicht als Laichgewässer aus

Die Kreuzkröte bevorzugt offene, oftmals sandige Flächen mit geringer Vegetation. Wasser benötigt sie nur zur Ablage ihrer Laichschnüre. Und auch da ist sie ausgesprochen genügsam. Ihr reichen Regenpfützen, die sich beispielsweise in durch landwirtschaftliche Fahrzeuge entstandenen Rinnen im Gelände befinden. Solche sogenannten temporären, also zeitlich begrenzten Stillgewässer bieten den Vorteil, dass sie sich in der Sonne rasch erwärmen, was die Entwicklung der Kaulquappen beschleunigt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass in diesen Gewässern kaum Fressfeinde der Kaulquappen leben. Der Nachteil aber ist, dass das Wasser oftmals austrocknet, bevor die Kaulquappen die Entwicklung zur landlebenden Kröte vollzogen haben. Abhängig von der Niederschlagssituation in den Frühjahrsmonaten können die Verluste bei zu früher Trockenheit groß sein. Doch sie werden in feuchten Jahren schnell ausgeglichen, denn die Laichschnur eines Weibchens enthält bis zu 4000 Eier.

Auch bei der Nahrung genügsam

Während sich die Kaulquappen vorwiegend von den Algenteppichen in den Laichgewässern ernähren, erbeuten die Kröten kleine Schnecken, Würmer, Spinnen und Insekten.

Die kalte Jahreszeit verbringen sie in Winterstarre eingegraben in frostsicherer Tiefe im Sandboden. Da sie in diesem Stadium kaum Nährstoffe verbrauchen, müssen sie sich auch nicht wie die Winterschlaf haltenden Säugetiere im Spätsommer und Herbst eine Fettschicht anfressen.

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Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet werden. Andere Verwendungen müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden.

Jetzt Online-Formular ausfüllen und BUND-Mitglied werden! (Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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