Die Hornisse (Vespa crabro) ist die größte heimische Wespenart; Königinnen können bis zu 3,5 cm Körperlänge erreichen. Sie gehört wie viele andere Wespen-, aber auch viele Bienen- und Hummelarten, zu den Staaten bildenden Insekten. Überwintert haben stets nur die im Spätsommer begatteten Königinnen, die im Frühjahr mit dem Nestbau in Baum- oder sonstigen Höhlen beginnen. Das Nest wird aus einer papierartigen Masse, die aus morschem Holz gewonnen wird, hergestellt. Zunächst schlüpfen aus den von der Königin in die Waben abgelegten Eiern nur Arbeiterinnen, die das Nest vergrößern und Nahrung für die neuen Larven beschaffen. Hornissen sind Beutegreifer, die andere Insekten angreifen. Im Spätsommer bilden sich aus den Larven neue Königinnen und auch Männchen, so dass der Fortpflanzungszyklus geschlossen ist.
Die Königinnen und die Arbeiterinnen besitzen einen Wehrstachel, der in erster Linie dazu dient, den Hornissenstaat gegen Angreifer zu verteidigen. Die Stiche sind äußerst schmerzhaft, aber im Gegensatz zu landläufigen Auffassungen keineswegs lebensgefährlich. Außerdem sind Hornissen sehr wenig angriffslustig. Wenn man als Mensch jedoch einmal einen Hornissenstaat so beunruhigt hat, dass seine Soldatinnen zum Angriff ausrücken, dann sollte man die Beine in die Hand nehmen. Denn Dutzende von Stichen führen auf die Intensivstation. Ansonsten stechen Hornissen nur, wenn sie direkt bedrängt, also beispielsweise von einem Vogelschnabel gepackt werden. Fressfeinde, die gestochen werden, lernen schnell und meiden deshalb bald die Insekten mit dem schwarzgelben Warnmuster.