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Wird ihrem Namen gerecht: die Gebänderte Prachtlibelle

Gebänderte Prachtlibelle, Männchen (Foto: Gerd Bauer)
Gebänderte Prachtlibelle, Männchen (Foto: Gerd Bauer) XXL-Ansicht

Das Männchen am ganzen Körper blaugrün in der Sonne schimmernd, das Weibchen eher metallisch grün bis bronzefarben, wird die Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) ihrem Namen gerecht. Die durchscheinenden Flügel der Männchen weisen eine grünliche Tönung auf und besitzen eine schwarzblaue Binde in der Flügelmitte. Wegen ihres langsamen Flügelschlags und des eher gaukelnden Flugs werden die Prachtlibellen oft für Schmetterlinge gehalten.

Gebänderte Prachtlibellen bei der Paarung – „Paarungsrad“ (Foto: Herwig Winter)
Gebänderte Prachtlibellen bei der Paarung – „Paarungsrad“ (Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Drei Quadratmeter müssen reichen

Im Spätfrühjahr und den Sommer über sind die Prachtlibellen an langsam fließenden, klaren Gewässern leicht zu beobachten, da die Männchen ständig in ihren nur rund 3 m² großen Revieren patrouillieren, um Konkurrenten anzugreifen und zu vertreiben. Kommt dagegen ein Weibchen vorbei, wird es mit einem Schwirrflug begrüßt, dem dann häufig eine Kopulation in dem für Libellen typischen Paarungsrad folgt.

Libellenlarven leben im Wasser räuberisch wie ihre Eltern

Nach einer kurzen Pause beginnt das Weibchen dann mit der Eiablage an Wasserpflanzen dicht unter der Wasserfläche. Aus den Eiern schlüpfen nach rund zwei Monaten die Larven, die räuberisch sind und sich von Insektenlarven, kleinen Schnecken, Würmern und Flohkrebsen ernähren. Sie besitzen die alle Libellenlarven kennzeichnende Fangmaske, eine Art Greifzange, die in Richtung der Beute vorschnellt und zupackt.

Gebänderte Prachtlibelle, Larve (Foto: Herwig Winter)
Gebänderte Prachtlibelle, Larve (Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Die Entwicklungsdauer der Larven hängt vom Lebensraum und der Witterung ab und kann ein bis zwei Jahre umfassen. Das vorletzte oder letzte Larvenstadium überwintert, um dann im kommenden Frühjahr die Metamorphose zur erwachsenen Libelle, der Imago, zu machen. Auch die Imagines sind räuberisch und jagen nach kleinen Fluginsekten. Ihre Geschlechtreife erlangen sie nach weniger als zwei Wochen, ihre Lebensdauer endet bereits im Spätsommer.

Räuber wird selbst oft zum Opfer

Doch nur ein geringer Prozentsatz der aus dem Ei geschlüpften Larven erlebt die Metamorphose zur Imago (flugfähige Libelle) und nur wenige Imagines sterben eines natürlichen Todes. Denn sowohl unter als auch über Wasser lauern zahllose Fressfeinde.

Die Larven werden von Raubwanzen wie Rückenschwimmern und Wasserläufern ebenso erbeutet wie von größeren Libellenlarven, Gelbrandkäfern und deren Larven, kleinen Fischen und sogar von Eisvögeln und Graureihern. Die gerade geschlüpften Imagines werden am Ufer meist schon erwartet beispielsweise von Gebirgsstelzen. Sie landen aber auch in den Netzen von Spinnen oder in den Schnäbeln von Schwalben.

Was der Prachtlibelle ernsthaft gefährlich wird

Doch die Vielzahl natürlicher Feinde stellt keine Bedrohung für die Gebänderte Prachtlibelle dar. Ihr Bestandsrückgang in den letzten Jahren ist vielmehr auf Lebensraumverlust durch Begradigung und Uferverbau von Bächen zurückzuführen, ebenso auf Verschmutzung der Fließgewässer durch Düngemittel- und Pestizideintrag. Wird dagegen ein ehemals kanalisierter Bachabschnitt renaturiert und stimmt die Wasserqualität, stellt sich ganz rasch und ohne weiteres Zutun eine Population von Gebänderten Prachtlibellen wieder ein.

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Hinweis zur Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet werden. Andere Verwendungen müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden.

In Hessen setzen sich BUND-Gruppen und der Landesarbeitskreis Wasser dafür ein, dass der Lebensraum Wasser für die Gebänderte Prachtlibelle und andere Arten erhalten bleibt.

Jetzt Online-Formular ausfüllen und BUND-Mitglied werden! (Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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