Kein Weiterbau der A49 – Informationen des BUND Hessen

Logo Kein Weiterbau der Autobahn 49

Steckbrief vom Vorhaben A 49 (Neuental/Bischhausen–Gemünden): Mehr Verkehr, mehr lokale Probleme

Karte Planung A 49 – Neuental/ Bischhausen – Gemünden

Projekt: 42 Kilometer Neubau Neuental – Gemünden

Kosten:
550 Millionen Euro (Schätzung 2012)

Umweltfolgen:
Belastung von Erholungsgebieten; weitreichende Natureingriffe: Die geplante A 49 würde in ein Wasserschutzgebiet und in ein Natura-2000-Gebiet eingreifen, ein naturnah bewirtschaftetes Waldgebiet mittig durchschneiden und Erholungsbereiche zwischen Stadtallendorf und Niederklein zerstören.

Offizielles Planungsziel: Ursprüngliches Ziel der Planung an der A 49 in Hessen war, die beiden Oberzentren Kassel und Gießen auf dem kürzesten Weg zu verbinden und auch Marburg besser anzubinden. Nunmehr geht es den Befürwortern darum, die A 49 von ihrem jetzigen Ausbauende über Schwalmstadt und Stadtallendorf auf kürzestem Wege mit der Autobahn 5 zu verknüpfen. Weiterhin sollen die A 5 und die A 7 entlastet werden.

Gegenargument:
Zieht zusätzlichen Transitverkehr an; Die Probleme entlang der B 3 wird sie nicht lösen. Der Verkehr zwischen Kassel und Marburg wird diese Bundesstraße weiter benutzen; Sogwirkung nach Kassel und Gießen

Alternative: Vorhandene A 7 und A 5 nutzen; evtl. Optimierungen an der B 3.

Kritik des BUND

Mit dem Weiterbau der A49 von Neuental bis Gemünden entstünde eine hochbelastete nord-südeuropäische Transitroute, die der Region erhebliche Nachteile brächte.

Trotz existierender verkehrlicher Alternativen zwischen Kassel/Hannover und dem Rhein-Main-Gebiet (A 7 und A 5 sowie A 7 und A 66) wird der Bau der A 49 weiter vorangetrieben. Die Probleme entlang der B 3 wird sie nicht lösen. Der Verkehr zwischen Kassel und Marburg wird diese Bundesstraße weiter benutzen. Jedoch würde die A 49 neuen Transitverkehr generieren. Für die Kleinzentren Schwalmstadt, Neustadt und Stadtallendorf kann die bessere Anbindung nach Kassel und Gießen Sogwirkungen zur Folge haben. 

  • Für einzelne Städte wie Treysa, aber auch für den gesamten Raum Schwalmstadt würde der Bau der Autobahn deutliche Verschlechterungen der Lebensqualität bringen, denn das Verkehrsaufkommen würde zunehmen und ungeeignete Autobahnanschlüsse würden den Verkehr durch die Innenstädte lenken. Lärm, Schadstoffe und verstopfte Straßen wären die Folge.
  • Bei Realisierung der A 49 ist eine Abwanderung der Kaufkraft aus den Mittel- und Unterzentren im Verlauf der Autobahntrasse in die Oberzentren nach Gießen bzw. Kassel zu befürchten. Eine solche rückläufige Entwicklung der Kaufkraft droht eine Kettenreaktion auszulösen: Die Existenzbasis für Händler am Standort Schwalmstadt könnte sich noch weiter verschlechtern. Weder die erhoffte Stabilisierung noch die ursprünglich erwartete Verbesserung der wirtschaftlichen Lage wird mit dem Bau der Autobahn erreicht werden.

Alternativvorschläge des BUND

Der BUND fordert lokale Lösungen für die jeweiligen Probleme. Die B 3 zwischen Bischhausen und Marburg muss optimiert werden, besonders auch in Bezug auf den Lärmschutz. Unsere Vorschläge orientieren sich am bisherigen Straßennetz, im Gegensatz hierzu würde die neue Autobahn zu einer Landschaftszerstörung enormen Ausmaßes führen.

Eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie die Bewahrung der Natur, der hohen Lebens- und Wohnqualität in der Region sollten Maßstab aller Entscheidungen sein. Bei der verkehrlichen Infrastruktur bedarf es nach Ansicht des BUND durchaus einiger Verbesserungen: Die Alternativen liegen in der regionalen Vernetzung. Gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinitiativen in den betroffenen Ortschaften fordert der BUND statt des Weiterbaus der A 49 die Herstellung eines ordentlichen Autobahnabschlusses bei Bischhausen und eine Anbindung der B 3. Das erhöhte Verkehrsaufkommen sollte im weiteren Verlauf der Bundesstraße durch Lärmschutzmaßnahmen und Ortsumfahrungen erträglicher gemacht werden. Von Marburg nach Gießen ist die B 3 bereits ausgebaut.

4. April 2014

Links zum Thema

28. Februar 2013

Mobil statt verplant – Für mehr Bürgerbeteiligung in der Verkehrsplanung!

Machen Sie mit: mobil statt verplant! Für eine bürgernahe Verkehrsplanung!

Im Rahmen der Weichenstellungen der Verkehrsplanung für die nächsten 15 Jahre im Jahre 2013 hat der BUND die Kampagne „mobil statt verplant” initiiert.

Wir wollen erreichen, dass

  • der „Bundesverkehrswegeplan” grundlegend reformiert wird,
  • Bürgerbeteiligung endlich von Anfang an verpflichtend ist und
  • Umwelt und Natur bei Verkehrsplanungen stärker geschützt werden.

Wie kommen Sie ins Spiel?

Der Weg hin zu einer bürgernahen und ökologischen Verkehrsplanung ist steinig. Aber die Zeit ist reif für Reformen. Wir müssen uns zusammenschließen und den Unmut, den viele von uns fühlen, auch äußern. Egal, ob Sie Mitglied des BUND oder einer Bürgerinitiative gegen einen fragwürdigen Straßenneubau sind, ob frustrierter Bürger oder engagierte Aktivistin: Nur zusammen sind wir stark!

→ Bei der Aktion konnten Sie einen Appell an den damaligen Verkehrsminister Ramsauer unterzeichen.

→Sie konnten sich bei Ihren damaligen Bundestagsabgeordneten für Alternativen zu den „Dusseligen Dutzend” einsetzen.
    → Steckbrief zur A 49 mit weiteren Informationen und der Möglichkeit direkt die damaligen Bundestagsabeordneten anzuschreiben.

→ Nach wie vor können Sie unseren Klima-Newsletter abonnieren, um auf dem Laufenden zu bleiben.

→ Und Sie konnten Ihre Freunde und Bekannte über unsere Kampagne mobil statt verplant informieren.

Kontakt

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an Michael Rothkegel in der Landesgeschäftstelle des BUND Hessen oder Wolfgang Schuchart vom Landesarbeitskreis Verkehr des BUND Hessen.



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Wanderungen und Radtouren am Grünen Band. Verfasst von Dr. Reiner Cornelius, dem BUND Beauftragen für das Grüne Band.

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