Wasser für den sterbenden Wald im Hessischen Ried! (Foto: Henner Gonnermann)

Pressemitteilungen rund um das Hessische Ried

10. Juni 2016BUND: Trinkwasserbrunnen im Hessischen Ried stärker verunreinigt als bisher bekannt – auch Chemiefirma Merck ist verantwortlich

Schützt unser Trinkwasser! (Grafik: Niko Martin)

Der BUND fordert, dass nun endlich die Geheinmiskrämerei beendet wird und wirklich alle Fakten auf den Tisch kommen. Insbesondere muss umfasssend dargelegt werden, welche Chemikalien gefunden werden, wie hoch ihre Konzentrationen...


25. April 2016Schützen, sanieren, sparen / BUND legt Eckpunkte für den Leitbildprozess zur Wassernutzung vor

Leitbild Wassernutzung: Schützen, sanieren und sparen (Grafik: Niko Martin)

Der BUND fordert eine Korrektur in der Wasserpolitik des Landes Hessen. „Die Wasserpolitik des Landes Hessen muss sich künftig viel stärker an den grundlegenden Umweltaspekten orientieren, denn nur so kann auf Dauer sauberes...


22. April 2016BUND: Im Hessischen Ried sickern Chemikalien in die Trinkwasserbrunnen

Schützt unser Trinkwasser! (Grafik: Niko Martin)

An einigen Wasserwerken, welche die örtliche Nahversorgung selbst, insbesondere aber die Rhein-Main-Region im Großraum Frankfurt und Wiesbaden mit Trinkwasser versorgen, ist die Chemikalienfront bereits an Trinkwasserbrunnen...


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Wälder im Hessischen Ried

Die Wälder im Hessischen Ried haben für den Naturschutz allerhöchste Bedeutung. Unmittelbar am Rhein liegen in Hessens größtem Naturschutzgebiet „Kühkopf-Knoblochsaue“ europaweit einmalige Auwälder. Weiter landeinwärts finden sich auf großer Fläche alte, ökologisch herausragende Eichenwälder. Die Wälder sind ein unersetzlicher Erholungs- und Lebensraum. Etwa die Hälfte der 30.000 Hektar umfassenden Waldfläche wurde als Naturschutzgebiet, EU-Vogelschutzgebiet oder als Schutzgebiet nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen. Vor allem in den oft weit über 100 Jahre alten und an hohe Grundwasserstände angepassten Eichen- und Buchenwäldern haben große Bestände seltener Tierarten überlebt. Nirgendwo in Hessen findet man so viele Bechsteinfledermäuse, Mittelspechte oder Hirschkäfer wie hier.

Doch dieser einmaligen Vielfalt droht eine tödliche Gefahr! Die Wälder befinden sich seit rund 50 Jahren in einem Überlebenskampf, weil die Grundwasserentnahme zur Versorgung des Rhein-Main-Gebietes mit Trinkwasser den Wurzelraum ausgetrocknet hat.

Grundwasserbewirtschaftung und Waldprobleme

Eine sterbende Eiche: für einige Jahre ein ökologisch wertvoller Lebensraum; aber im Hessischen Ried ein Indikator für den drohenden Verlust des Ökosystems Wald. (Foto: BUND Hessen/Henner Gonnermann)
Eine sterbende Eiche: für einige Jahre ein ökologisch wertvoller Lebensraum; aber im Hessischen Ried ein Indikator für den drohenden Verlust des Ökosystems Wald. (Foto: BUND Hessen/Henner Gonnermann)

Aus dem einst sumpfigen Hessischen Ried westlich von Darmstadt bis Lampertheim mit ausgedehnten Auwäldern und zur ackerbaulichen Nutzung wenig geeigneten Nasswiesen entstand durch massive Entwässerungsprojekte die heutige Situation.
Die Entwässerung des Riedes erfolgte in vielen Etappen von der Rheinbegradigung unter Tulla (ab 1817), durch den Bau von Hochwasserdeichen im 19. Jahrhundert und die Entwässerung für den verstärkten Acker- und Feldfruchtanbau und der Siedlungserweiterungen.

Heute ist das Ried geprägt:

  • durch unangepasste Bauweisen vieler Siedlungsgebiete
    – in Nassjahren: nasse Keller (wenn „weiße Wannen” zur baulichen Vorkehrung vor zu hohem Grundwasserstand fehlen und Keller zu tief gegründet wurden) und
    – in Trockenzeiten: Setzrisse durch den schwankenden Grundwasserstand.
  • durch Grundwasserförderung durch Industrie und Wasserversorgungsunternehmen, insbesondere in Waldgebieten, absterbende, sich auflösende Waldverbände.

Hier sollte der „Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried” aus den 1990er Jahren helfen. In ihm wurden Mindestgrundwasserflurabstände (zugunsten von Wald und Natur) und Höchststände (für Siedlungsgebiete) festgesetzt. Der BUND und andere Naturschutzverbände wurden bei seiner Aufstellung in einer Arbeitsgruppe des Hessischen Umweltministeriums beteiligt.

Leider entschärfte sich die Problematik nicht, obwohl bei Neugenehmigungen von Wasserrechten die Vorschriften des Planwerkes greifen sollten. Vor allem die Waldauflösung schritt fort.

Hinzu kamen Schadensereignisse für den Wald wie die Luftbelastung und deren Auswirkungen und das verstärkte Auftreten des Waldmaikäfers. Dessen Larven (Engerlinge), die zunächst an Graswurzeln, im zweiten und dritten Jahr aber auch an Baumwurzelwerk fressen, ertranken nicht mehr wie früher, wenn sie im Winter vor dem Frost in tiefere Bodenschichten wanderten.

Daher fordert der BUND: Es muss etwas geschehen, um die Auflösung von 30.000 Hektar Wald zu stoppen und endlich eine Waldsanierung einzuleiten.

Der BUND begrüßt daher den Schritt der Hessischen Landesregierung zur Einrichtung des Runden Tisches „Verbesserung der Grundwassersituation im Hessischen Ried“. Seine Vorstellungen, Forderungen und Lösungsansätze dokumentiert der BUND in den beiden nachfolgenden Broschüren:

8. Dezember 2015

Kurzfassung der Broschüre „Chancen und Risiken für die Waldentwicklung im Hessischen Ried”

Ausschnitt aus dem Titelblatt der Kurzfassung der BUND Hessen-Broschüre „Chancen und Risiken für die Waldentwicklung im Hessischen Ried”

Mit der vorliegenden Schrift präsentiert der BUND Hessen seine Vorstellungen und Forderungen zur Rettung der Wälder im Hessischen Ried. Sie sind das Ergebnis der intensiven und z. T. sehr kontroversen Diskussionen mit Hessen-Forst am Runden Tisch „Grundwassersanierung Hessisches Ried“. Damit zeigt der BUND Hessen einen Weg zu naturnahen, stabilen Laubwäldern, den Sie jetzt auch in einer aktuellen Kurzfassung der Broschüre „Chancen und Risiken der Waldentwicklung im Hessischen Ried“ nachlesen können. Dazu BUND-Landesvorstandssprecher Guido Carl: „Der praktizierte Waldumbau von Hessen-Forst zu Fremd- und Nadelhölzern destabilisiert den Wald. Unsere Broschüre zeigt: Heimische Laubbäume haben eine Chance.”

Die Kurzfassung der Broschüre „Chancen und Risiken für die Waldentwicklung im Hessischen Ried” (ca. 850KB) des BUND Hessen können Sie sich im PDF-Format runterladen.

Broschüre „Chancen und Risiken für die Waldentwicklung im Hessischen Ried”

Titelblatt der BUND Hessen-Broschüre „Chancen und Risiken für die Waldentwicklung im Hessischen Ried”

Mit der vorliegenden Schrift präsentiert der BUND Hessen seine Vorstellungen und Forderungen zur Rettung der Wälder im Hessischen Ried. Sie sind das Ergebnis der intensiven und z. T. sehr kontroversen Diskussionen mit Hessen-Forst am Runden Tisch „Grundwassersanierung Hessisches Ried“.

Nur wenn die Wälder wieder Grundwasseranschluss erhalten, haben sie eine Überlebenschance. Wir sind sehr froh, dass Forstwirtschaft und Naturschutz in dieser Frage mit einer Stimme sprechen.

Doch wie soll der Waldbau auf den Flächen aussehen, für die der Grundwasseranschluss nicht hergestellt werden kann? Hier vertreten der BUND und Hessen-Forst höchst unterschiedliche Konzepte. Hessen-Forst setzt auf die Pflanzung ausländischer Baumarten und harte technische Eingriffe, während der BUND einen naturnäheren Waldbau unter Verwendung der heimischen Baumarten favorisiert. Klar ist: Das Umsteuern auf fremdländische Baumarten geht zu Lasten des Naturschutzes und ist mit den rechtlich fixierten Zielen der Schutzgebietsverordnungen nicht vereinbar. Außerdem haben wir große Zweifel, dass das Konzept von Hessen-Forst bei zunehmender Klimaerwärmung tatsächlich zur Rettung der Wälder ohne Grundwasseranschluss führt. Wir glauben deshalb, dass die Mehrzahl der Argumente für unser Konzept spricht:

Die Broschüre „Chancen und Risiken für die Waldentwicklung im Hessischen Ried” (15 MB!) des BUND Hessen können Sie sich im PDF-Format runterladen.

Broschüre online anschauen

Hier können Sie sich die Broschüre online ansehen und durchblättern. Dazu klicken Sie auf die Pfeile an den Seitenrändern zum blättern und auf „Click to read” über der Bildmitte, um die Broschüre im Vollbild zu betrachten. Mit klicken können Sie dann die Ansicht weiter vergrößern. Das Vollbild verlassen Sie wieder mit der „Esc”-Taste oder Klick auf das „x”.

Broschüre „Wasser für den Wald! – Lösungsvorschläge für die Grundwasserproblematik im Hessischen Ried” des BUND Hessen

Der Wald im Hessischen Ried stirbt. Die Broschüre „Wasser für den Wald! – Lösungsvorschläge für die Grundwasserproblematik im Hessischen Ried” führt in die Problematik ein und zeigt Lösungsmöglichkeiten sowohl für den Wald, als auch für die Wohngebiete auf.

Die Broschüre „Wasser für den Wald! – Lösungsvorschläge für die Grundwasserproblematik im Hessischen Ried” (0,9 MB) des BUND Hessen können Sie sich im PDF-Format runterladen oder in der Landesgeschäftsstelle des BUND Hessen bestellen.

Broschüre online anschauen

Hier können Sie sich die Broschüre online ansehen und durchblättern. Dazu klicken Sie auf die Pfeile an den Seitenrändern zum blättern und auf „Click to read” über der Bildmitte, um die Broschüre im Vollbild zu betrachten. Mit klicken können Sie dann die Ansicht weiter vergrößern. Das Vollbild verlassen Sie dann wieder mit der „Esc”-Taste oder Klick auf das „x”.

Kurzfassung Grundwasser und Wald im Hessischen Ried

Eine Kurzfassung des Spannungsfeldes von Grundwasser und Wald im Hessischen Ried können Sie sich runterladen. Sie umfasst in sechs Seiten die Punkte:

  • Kleine Historie der Grundwasserabsenkung im Hessichen Ried – vom Sumpfgelände zum Grundwasserbewirtschaftungsplan
  • Grundwasserentnahme führt zu absterbenden Wäldern
  • Schutzgebiete im Hessischen Ried
  • Grundwasserentnahme und Vernässungsschäden – kein Widerspruch zur Waldsanierung

 

Zusammenfassung Wald und Wasser im Hessischen Ried (pdf; 1,2 MB)

Bilder des sich auflösenden Ried-Waldes

Eindrücke aus dem Gernsheimer Wald. Alle Fotos sind von Henner Gonnermann/BUND Hessen.

18. Juli 2011

„Internationales Jahr der Wälder“ 30.000 Hektar Wald in Hessen akut gefährdet, doch in der Politik herrscht Grabesstille/Aufruf zur Rettung des Waldes

Im „Internationalen Jahr der Wälder” (2011) tafen sich der Bundesvorsitzende des BUND, Professor Dr. Hubert Weiger, die Landesvorstandssprecher Jörg Nitsch, Otto Löwer und Brigitte Martin, Naturschutzreferent Thomas Norgall vom BUND Hessen und Gernsheims Bürgermeister Peter Burger im Gernsheimer Wald, um die Schadensbilder der Öffentlichkeit vorzustellen. 

Mehr dazu auch in der Pressemitteilung vom 18.07.2011:
„Internationales Jahr der Wälder“ 30.000 Hektar Wald in Hessen akut gefährdet, doch in der Politik herrscht Grabesstille/Aufruf zur Rettung des Waldes

Teilnehmer der Pressekonferenz am 18.7.2011 von links nach rechts: Hubert Weiger (BUND-Vorsitzender), Peter Burger (Bürgermeister Gernsheim), Jörg Nitsch, Otto Löwer (beide Vorstandssprecher BUND Hessen), Thomas Norgall (Naturschutzreferent BUND Hessen), Henner Gonnermann (Forstexperte BUND Hessen)
v.l.n.r.: Hubert Weiger (BUND-Vorsitzender), Peter Burger (Bürgermeister Gernsheim), Jörg Nitsch, Otto Löwer (beide Vorstandssprecher BUND Hessen), Thomas Norgall (Naturschutzreferent BUND Hessen), Henner Gonnermann (Forstexperte BUND Hessen); (Foto: Brigitte Martin, BUND Hessen)

Medienberichterstattung zur Pressekonferenz „30.000 Hektar Wald sind bedroht” vom 18. Juli 2011