Grundwasserbewirtschaftung und Waldprobleme

Eine sterbende Eiche: für einige Jahre ein ökologisch wertvoller Lebensraum, aber im Hessischen Ried ein Indikator für den drohenden Verlust des Ökosystems Wald; Foto Henner Gonnermann/BUND Hessen
Eine sterbende Eiche: für einige Jahre ein ökologisch wertvoller Lebensraum, aber im Hessischen Ried ein Indikator für den drohenden Verlust des Ökosystems Wald; Foto BUND Hessen/Henner Gonnermann

Aus dem einst sumpfigen Hessischen Ried westlich von Darmstadt bis Lampertheim mit ausgedehnten Auwäldern und zur ackerbaulichen Nutzung wenig geeigneten Nasswiesen entstand durch massive Entwässerungsprojekte die heutige Situation. Die Entwässerung des Riedes erfolgte in vielen Etappen von der Rheinbegradigung unter Thula (ab 1817), durch den Bau von Hochwasserdeichen im 19. Jahrhundert und die Entwässerung für den verstärkten Acker- und Feldfruchtanbau und der Siedlungserweiterungen.

Heute ist das Ried geprägt:

  • durch unangepasste Bauweisen vieler Siedlungsgebiete
    - in Nassjahren nasse Keller (wenn "weiße Wannen" zur baulichen Vorkehrung vor zu hohem  Grundwasserstand fehlen und Keller zu tief gegründet wurden) und
    - in Trockenzeiten Setzrisse durch den schwankenden Grundwasserstand.
  • durch Grundwasserförderung durch Industrie und Wasserversorgungsunternehmen, insbesondere in Waldgebieten, absterbende, sich auflösende Waldverbände.

Hier sollte der "Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried" aus den 1990er Jahren helfen. In ihm wurden Mindestgrundwasserflurabstände (zugunsten von Wald und Natur) und Höchststände (für Siedlungsgebiete) festgesetzt. Der BUND und andere Naturschutzverbände wurden bei seiner Aufstellung in einer Arbeitsgruppe des Hessischen Umweltministeriums beteiligt.

Leider entschärfte sich die Problematik nicht, obwohl bei Neugenehmigungen von Wasserrechten die Vorschriften des Planwerkes greifen sollten. Vor allem die Waldauflösung schritt fort.

Hinzu kamen Schadensereignisse für den Wald wie die Luftbelastung und deren Auswirkungen und das verstärkte Auftreten des Waldmaikäfers. Dessen Larven (Engerlinge), die zunächst an Graswurzeln, im zweiten und dritten Jahr aber auch an Baumwurzelwerk fressen, ertranken nicht mehr wie früher, wenn sie im Winter vor dem Frost in tiefere Bodenschichten wanderten.

Daher fordert der BUND: Es muss etwas geschehen, um die Auflösung von 30.000 Hektar Wald zu stoppen und endlich eine Waldsanierung einzuleiten.

Broschüre "Wasser für den Wald! - Lösungsvorschläge für die Grundwasserproblematik im Hessischen Ried" des BUND Hessen

Die Broschüre "Wasser für den Wald! - Lösungsvorschläge für die Grundwasserproblematik im Hessischen Ried" des BUND Hessen können Sie sich hier im PDF-Format runterladen oder in der Landesgeschäftsstelle des BUND Hessen bestellen.

Download Broschüre "Wasser für den Wald!"

Bilder des sich auflösenden Ried-Waldes

Eindrücke aus dem Gernsheimer Wald. Alle Fotos von Henner Gonnermann/BUND Hessen, bitte als Quelle angeben. Beim Anklicken erscheinen die Bilder in druckfähiger Auflösung.

  • Eindrücke aus dem Gernsheimer Wald
  • alle Bilder Henner Gonnermann
  • Bilder aus dem Gernsheimer Wald, alle Fotos Henner Gonnermann/BUND Hessen

Kurzfassung des Spannungsfeldes Grundwasser und Wald im Hessischen Ried

Kurzfassung herunterladen (siehe grün hinterlegter Link links)

Eine Kurzfassung des Spannungsfeldes im Hessischen Ried können Sie sich runterladen. Sie umfasst in sechs Seiten die Punkte:

  • Kleine Historie der Grundwasserabsenkung im Hessichen Ried - vom Sumpfgelände zum Grundwasserbewirtschaftungsplan
  • Grundwasserentnahme führt zu absterbenden Wäldern
  • Schutzgebiete im Hessischen Ried
  • Grundwasserentnahme und Vernässungsschäden - kein Widerspruch zur Waldsanierung

Zusammenfassung Wald und Wasser im Hessischen Ried, PDF-Datei, 1,2 MB

Bilder von der Pressekonferenz vom 18. Juli 2011

Der Bundesvorsitzende des BUND, Professor Dr. Hubert Weiger, die Landesvorstandssprecher Jörg Nitsch, Otto Löwer und Brigitte Martin (nicht auf den Bildern, da fotografiert), Naturschutzreferent Thomas Norgall  vom BUND Hessen und Gernsheims Bürgermeister Peter Burger trafen sich am 18.7.2011 im Gernsheimer Wald, um die Schadensbilder der Presse vorzustellen.

Außer den Schadbildern der Bäume wurden auch die dortigen Infiltrationsanlagen erläutert.

Block 1: Hubert Weiger erläutert die Schadenssituation an den Schautafeln und trägt die Forderungen des BUND vor.

Block 2: Schautafeln und Forstexperte Henner Gonnermann vom BUND Hessen zeigt die Entwicklung von Wasser und Wald exemplarisch im Gernsheimer Wald

Block 3: Teilnehmer der Pressekonferenz von links nach rechts: Hubert Weiger (BUND-Vorsitzender), Peter Burger (Bürgermeister Gernsheim), Jörg Nitsch, Otto Löwer (beide Vorstandssprecher BUND Hessen), Thomas Norgall (Naturschutzreferent BUND Hessen), Henner Gonnermann (Forstexperte BUND Hessen)

Jörg Nitsch im Interview
sowie Infiltrationsanlage im Gernsheimer Wald zur Anreicherung des Grundwasserspiegels

siehe auch Pressemitteilung:

Internationales Jahr der Wälder“ 30.000 Hektar Wald in Hessen akut gefährdet, doch in der Politik herrscht Grabesstille/Aufruf zur Rettung des Waldes

Medienberichterstattung zur Pressekonferenz "30.000 Hektar Wald sind bedroht" vom 18.7.11

Zum Abspielen des Beitrages der Hessenschau vom Montag, 18. Juli 2011 klicken Sie auf den grün hinterlegten Link oder das Bild. In einem neuen Fenster können Sie sich dann den Beitrag ansehen.

Bericht: Mascha Lütgert
Kamera: Walter Pausch
Schnitt: Sebastian Zwang

Zum Abspielen des Beitrags von RTL Hessen auf den Link oder das Bild klicken. "Wald in Gefahr" wählen.