BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

Zum Tag der Katze am 8. August: Achtung Verwechslungsgefahr! So unterscheiden sich Hauskatze und Wildkatze

06. August 2020 | Wildkatze

++ Achtung Verwechslungsgefahr! So unterscheiden sich Hauskatze und Wildkatze ++

Europäische Wildkatze (Foto: Thomas Stephan)

Frankfurt. Kein Haustier lieben die Deutschen so wie ihre Stubentiger. Rund 14,8 Millionen Katzen wohnen in deutschen Haushalten. Was viele nicht wissen: Von ihren wilden Verwandten, den Europäischen Wildkatzen, gibt es nur rund 6.000 bis 8.000 Tiere, so Schätzungen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Besonders in den letzten Monaten erreichten uns jedoch viel häufiger als sonst Hinweise auf mögliche Wildkatzen“, erklärt Susanne Steib, Managerin Naturschutzprojekte des BUND Hessen. „Bei der Mehrzahl der Hinweise gehen wir davon aus, dass es sich tatsächlich um echte Wildkatzen handelte. Dass es mehr Hinweise gibt, kann auch damit zusammenhängen, dass die Menschen in der Corona-Zeit öfter spazieren und wandern gehen.“

Während die Hauskatze von der Falbkatze abstammt und erst mit den Römern nach Europa kam, ist die Wildkatze eine echte Ureinwohnerin unserer Wälder. Doch trotz der unterschiedlichen Abstammung ist es selbst für Fachleute nicht immer leicht, die Wildkatze von einer graugetigerten Hauskatze zu unterscheiden. „Die wichtigsten Merkmale der Wildkatze sind ihr verwaschen gezeichnetes braun-graues Fell und der buschige Schwanz mit einer schwarzen Spitze und dunklen Ringen“, so Susanne Steib. „Gerade die jungen Kätzchen sehen unseren Hauskatzen aber zum Verwechseln ähnlich.“

Die Wildkatze gehört in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Den scheuen Jägerinnen macht besonders die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und große Ackerflächen zu schaffen. Um ihr und vielen anderen Arten zu helfen, braucht Deutschland ein Netz verbundener Lebensräume sowie viel mehr Grünbrücken und andere Querungsmöglichkeiten über Straßen. Heimisch ist die Wildkatze vor allem in den Wäldern Mittel- und Süddeutschlands. In Hessen besiedelt die Samtpfote wieder fast alle großen Waldgebiete wie Taunus, Spessart, Kellerwald und das Nordhessische Bergland. Südlich des Mains allerdings fehlen Nachweise. Dass sich die Bestände der Wildkatze langsam wieder erholen, ist ein großer Erfolg, zu dem auch das „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND beigetragen hat. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet der Naturschutzverband bundesweit für den Schutz der Europäischen Wildkatze.
 

Hinweis: Sie glauben eine Wildkatze gesehen zu haben? Dann melden Sie sich bitte beim BUND Hessen: https://www.bund-hessen.de/wildkatze/wildkatzen-hinweise/ 

 

Hintergrund

Der BUND setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit seinem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen Naturschützerinnen und Naturschützer die Entwicklung der Bestände und engagieren sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze. 26 Waldverbindungen („Grüne Korridore“) wurden so bereits gepflanzt, damit die Wildkatze sich wieder ausbreiten kann. Gleichzeitig untersucht der BUND auch langfristig die Verbreitung der Wildkatze. Sichere Nachweise der Wildkatze bringen nur Haarproben, die genetisch untersucht werden können. Dazu setzt der BUND auf die störungsarme Methode des „Lockstocks“. Das sind Holzstäbe, die im Wald aufgestellt und mit Baldrian besprüht werden. Der Geruch zieht die Katzen an, die beim Reiben einige Haare hinterlassen, die anschließend eingesammelt und genetisch untersucht werden können. Mehrere tausend Wildkatzennachweise konnte der BUND mit Unterstützung von vielen Ehrenamtlichen so bereits zusammentragen.

 

Weitere Informationen

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
069 677376 43
presse(at)bund-hessen.de
www.bund-hessen.de

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Geleitsstraße 14
60599 Frankfurt am Main

 

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