BUND Landesverband
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Pressemitteilung

Wölfersheim: Bau einer Abwasserleitung für REWE legt Waschbach trocken. BUND erstattet Anzeige wegen Verstößen gegen den Naturschutz

10. August 2020 | Naturschutz, Landwirtschaft, Flüsse & Gewässer

Durch Bauarbeiten im Auftrag der Gemeinde Wölfersheim für eine Abwasserleitung des geplanten REWE Logistikzentrums ist der Waschbach bei Wölfersheim Berstadt trocken gefallen.

Bau einer Abwasserleitung für das REWE Logistikzentrum in Wölfersheim. (Foto: Werner Neumann / BUND)

Durch Bauarbeiten im Auftrag der Gemeinde Wölfersheim für eine Abwasserleitung des geplanten REWE Logistikzentrums ist der Waschbach (bei Wölfersheim Berstadt) trocken gefallen.

Dr. Werner Neumann, Kreisvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Wetterau: „Wir konnten zwar durch einen Baustop erreichen, dass der wertvolle Boden des Baugeländes für das REWE Logistikzentrum nicht abgetragen werden darf. Wir sind aber sehr bestürzt, dass nun ein Bach trocken gelegt wird. Wir fordern einen sofortigen Baustopp, um weitere Naturschäden durch die Bauarbeiten von REWE zu verhindern.“

Da das wenige Wasser, das noch oberhalb der Baustelle fließt, dort versickert, wo ein Abwasserrohr unter dem Waschbach durchgebohrt wurde, liegt für den BUND der Verdacht nahe, dass durch die Bauarbeiten der Untergrund aufgerissen wurde und das Wasser des Bachs in die Baugrube läuft.

Der BUND hatte am Donnerstag, den 06. August 2020, sofort die Untere Wasserbehörde des Wetteraukreises informiert und ist sehr erfreut, dass deren Mitarbeiterin sofort die Angelegenheit vor Ort untersucht und die Gemeinde Wölfersheim informiert hat.

Werner Neumann: „Wir haben Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Einleitungserlaubnis und das Naturschutzrecht nach dem Umweltschadensgesetz gestellt. Der BUND fordert, dass der Vorfall rasch aufgeklärt, und dass vor allem das Versickern des Wassers aus dem Waschbach gestoppt wird. Zudem muss bei einer geplanten Querung des nahe gelegenen Zingelgrabens, der derzeit noch leicht Wasser führt und auch im europäischen Naturschutzgebiet liegt, ein ähnlicher Schaden durch das Abwasserrohr verhindert werden.“

Der Waschbach liegt in einem Natura 2000 Gebiet mit besonders geschützten Fischarten wie Schlammpeitzger und Bitterling und der Libellenart Helm-Azurjungfer.

Gewässerökologe Dr. Egbert Korte befürchtet erhebliche Beeinträchtigungen dieser Vorkommen. Es müsse geklärt werden, ob bei der Planung der besondere Schutzstatus berücksichtigt wurde und inwieweit für die Baumaßnahme eine ökologische Begleitplanung erfolgte, denn nur so könnten schädliche Auswirkungen auf diese streng geschützten Arten vermieden werden.

 

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