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Pressemitteilung

Wo leben Gartenschläfer im Rheingau-Taunus-Kreis? Gartenschläfer-Forschung: Meldungen und genetische Proben besonders aus dem Mittelrheintal benötigt

02. September 2021 | Biologische Vielfalt, Gartenschläfer

In Wiesbaden ist er bekannt, der Gartenschläfer. Doch bislang gibt es kaum Sichtungen der Schlafmaus mit der Zorro-Maske aus dem Rheingau-Taunus-Kreis. Der BUND Hessen bittet daher um die Mithilfe der Menschen vor Ort.

Die Zorro-Maske ist ein typisches Erkennungsmerkmal von Gartenschläfern. (Foto: Jiří Bohdal)

Frankfurt am Main, Pressemitteilung vom 02.09.2021

Wo versteckt sich der Gartenschläfer? Sichtungen der gefährdeten Art aus dem Rheingau-Taunus-Kreis sind eher selten und beschränken sich hauptsächlich auf einen Bereich zwischen Walluf und Rüdesheim. Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) bittet daher um die Mithilfe der Bürger*innen. „Wir fragen uns, ob der Gartenschläfer in großen Teilen des Landkreises nicht vorkommt oder bisher einfach übersehen wurde“, sagt Susanne Steib, Koordinatorin des Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“ beim BUND Hessen. „Daher bitten wir die Menschen im Rheingau-Taunus-Kreis darum, Augen und Ohren nach dem kleinen Nager offen zu halten.“ Neben seiner auffälligen Fellzeichnung sei der Gartenschläfer auch gut an seinen charakteristischen Rufen während des Sommers zu erkennen, so Steib. Er lebt vor allem in Hausgärten, Kleingartenanlagen, Parks und im reich strukturierten Offenland. Wer einen Gartenschläfer entdeckt, kann dies unter www.gartenschlaefer.de eintragen – am besten mit einem Foto.

In Wiesbaden ist die Schlafmaus mit der Zorro-Maske wohlbekannt, doch nimmt die Häufigkeit der Meldungen im Rheingau-Taunus-Kreis rapide ab. Es gibt Einzelfunde in Bad Schwalbach und Taunusstein, die meisten Nachweise kommen jedoch aus Walluf und Eltville in der Nähe des Rheins. Sichtungen des Gartenschläfers aus den bewaldeten Regionen des Rheingau-Taunus-Kreises und entlang der Rheinschiene von Rüdesheim bis Lorchhausen gibt es so gut wie keine.

Um mehr über die Genetik der Tiere herauszufinden, wird neben den Meldungen gesichteter Tiere auch genetisches Material der Bilche dringend benötigt. Dieses befindet sich unter anderem im frischen Kot der Tiere. Insbesondere im Mittelrheintal könnte die Genetik sehr besonders sein, vermuten die Forscher*innen der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die die „Spurensuche Gartenschläfer“ wissenschaftlich begleiten. Steib: „Wir bitten darum, tot aufgefundene Tiere zu bergen, sofort einzufrieren und dem BUND zu melden. Für unsere Forscher*innen sind sie ein wahrer Schatz an vielen wichtigen Informationen.“

Das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Hintergrund

Der Gartenschläfer gibt Wissenschaft und Naturschutz große Rätsel auf. In Hessen geht es dem Nager aus der Familie der Bilche entlang der Flusstäler von Rhein und Main – insbesondere in Wiesbaden, dem Main-Taunus-Kreis und dem Kreis Groß-Gerau – nach derzeitigen Erkenntnissen noch vergleichsweise gut. Doch aus vielen Regionen Europas und Deutschlands ist die Art spurlos verschwunden. Die Gründe dafür erforschen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit Oktober 2018 im Rahmen der „Spurensuche Gartenschläfer“. Bis 2024 sollen eine umfassende Forschung und die Umsetzung bundesweiter Schutzmaßnahmen dabei helfen, die kleine Schlafmaus in großen Teilen ihres Verbreitungsgebiets in Deutschland zu erhalten. Der Gartenschläfer wurde im letzten Jahr in der bundesweiten Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft und ist eine sogenannte ‚Verantwortungsart‘, da ein großer Teil seines Verbreitungsgebietes in Deutschland liegt. Somit ist die Bundesrepublik für die Erhaltung dieser Art in hohem Maße verantwortlich. Das Projekt ist damit Teil der nationalen Anstrengungen für den Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland.

 

Gartenschläfer gesehen? Meldungen unter www.gartenschlaefer.de

 

Weitere Informationen:

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
069 677376 43
0171 99 18 883
presse(at)bund-hessen.de
www.bund-hessen.de

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