BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

Rücksicht im Wald: Abstand wahren zu Wildkätzchen & Co.

17. Mai 2021 | Wildkatze, Biologische Vielfalt

Viele Jungtiere sind bereits in den Wäldern unterwegs – auch von gefährdeten Arten wie der Europäischen Wildkatze. Waldbesucher*innen sind aufgefordert, vorsichtig zu sein und Wildtiere im Wald zu lassen.

Manchmal trifft man Wildkätzchen im Wald. Sie sollen nicht mitgenommen werden! (Foto: Thomas Stephan)

Frankfurt am Main, Pressemitteilung vom 17. Mai 2021

In diesen Wochen ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) besonders zu Aufmerksamkeit und Rücksicht im Wald auf. Viele Jungtiere, auch von gefährdeten Arten wie der Europäischen Wildkatze, sind bereits in den Wäldern unterwegs. Susanne Steib, Wildtierexpertin des BUND Landesverband Hessen: „Besonders bei den Wildkätzchen besteht eine große Gefahr, dass sie mit Hauskatzen verwechselt und mitgenommen werden.“ Da Wildkatzen nicht nur in abgelegenen Wäldern vorkommen, sondern mancherorts auch recht nah an Städten, wie etwa bei Wiesbaden, empfiehlt der BUND auch hier dringend, Katzenjungen in Wäldern nicht aufzulesen.

Ein Mitnehmen bedeutet für die Tiere unnötigen Stress und große Risiken. Susanne Steib: „In Menschenhand drohen den jungen Wildkatzen gefährliche Hauskatzen-Krankheiten.Bestenfalls steht ihnen ein langer und mühevoller Weg der Wiederauswilderung bevor. Oft gelingt dieser leider nicht.“ Als geschützte Wildtiere dürfen sie zudem nicht ohne Not aus dem Wald mitgenommen werden.

Die Zahl der aufgelesenen Wildkätzchen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. „Wir gehen davon aus, dass wir in 2021 noch mehr Hinweise bekommen werden“, so Steib. „In der Corona-Zeit haben viele Menschen die Natur vor ihrer Haustür als Erholungsort entdeckt. Doch damit wird es in den Wäldern immer voller und das Risiko der Verwechslungen von Wild- und Hauskatzenjungen steigt.“

Der BUND empfiehlt dringend, zu Jungtieren Abstand zu wahren und sie in Ruhe zu lassen. In der Regel sind die Muttertiere gerade auf der Jagd oder warten in der Nähe ab. Im Zweifelsfall ist es möglich, sich an den BUND oder an die zuständigen Förster*innen oder Jäger*innen zu wenden. „Wichtig ist außerdem, dass Hunde im Wald angeleint werden. Sie stellen für die Jungtiere eine echte Gefahr dar“, betont Susanne Steib. Das Verbreitungsgebiet der Wildkatze in Hessen erstreckt sich über den Taunus, Vogelsberg und Spessart, das Lahn-Dill-Bergland, hessische Rothaargebirge und vom hessischen Bergland bis in den Reinhardswald.

Der BUND setzt sich mit seinem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen die Naturschützer*innen die Entwicklung der Bestände und setzen sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze ein.

 

Weitere Informationen

 

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
069 677376 43
presse(at)bund-hessen.de
www.bund-hessen.de

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Geleitsstraße 14
60599 Frankfurt am Main

 

Die Lockstöcke vor den Fotofallen sind mit Baldrian behandelt. Da Katzen diesen Geruch sehr mögen, kann man sie so vor die Fotofalle locken, wie diese Wildkatze im Schlitzerland.

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