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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

Frankfurter Flughafen: Landebahn Nordwest – Seit 8 Jahren mehr Flüge, mehr Lärm, mehr Umweltverschmutzung

21. Oktober 2019 | Flughafen

Als völlig falsch erwies sich die Luftverkehrsprognose, auf deren Grundlage der Flughafenausbau vor rund 15 Jahren begründet wurde.

Flugverkehr schadet dem Klima und damit den Bäumen (Foto: Lynn Anders / BUND Hessen)

Auch acht Jahre nach der Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens im Kelsterbacher Wald erweist sich der Flughafenausbau nach Meinung des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) als gigantische Fehlplanung. Vorstandsmitglied Stephan Baumann, kritisiert: „Die Landebahn Nordwest machte neue Anflugrouten im Norden der Flughafenregion erforderlich und setzte viele tausend Menschen schlagartig einer bis dahin für sie nicht gekannten Verlärmung aus.“

Um die Folgen der schlimmsten Planungsfehler wenigstens nachträglich einzudämmen, fordert der BUND Hessen:

  1. Die konsequente Verlagerung der Kurzstreckenflüge auf die Schiene aus Gründen des Fluglärm- und des Klimaschutzes.
  2. Die Nachbesserung des Planfeststellungsbeschlusses, um die Zahl verspäteter Landungen nach 23 Uhr zu reduzieren und die Nachtruhe zu verbessern.
  3. Die Anbindung des Terminals 3 an das S-Bahnnetz zur Vermeidung von Pkw-Fahrten.

Die Liste der 2007 mit dem Ausbau genehmigten Fehlplanungen ist lang:

  • Aktuell wurde bekannt, dass im Bereich des Terminals 3 riesige Altlasten im Boden liegen, die nun notdürftig zwischengelagert werden sollen.

  • Acht Jahre nach der Inbetriebnahme wird endlich über die Gesundheitsgefahren durch die Feinstaubbelastung diskutiert, die vom Flughafen ausgehen. Im Genehmigungsverfahren spielte das Thema noch keine Rolle.

  • Als völlig falsch erwies sich die Luftverkehrsprognose, auf deren Grundlage der Flughafenausbau vor rund 15 Jahren begründet wurde. Denn die dort behauptete explosionsartige Zunahme der Flugbewegungen blieb aus und die Fraport AG begann deshalb vor einigen Jahren Billigflieger anzulocken, damit überhaupt eine Steigerung der Flugbewegungen eintrat. Prognostiziert wurde in der Luftverkehrsprognose, dass bereits in 2015 die riesige Zahl von 657.000 Flugbewegungen pro Jahr erreicht würde. Tatsächlich fanden aber sogar drei Jahre später, im Jahr 2018, und trotz der Lockangebote der Fraport AG an die Billigflieger tatsächlich rund 145.000 weniger Flugbewegungen als prognostiziert statt.

  • Inakzeptabel ist auch, dass von der Fraport AG für das neue Terminal 3 kein Anschluss an die S-Bahn verlangt wurde. Die Folge wird sein, dass die Fluggäste mit dem Pkw zum Flughafen gebracht und von dort abgeholt werden.

  • Trotz der längst erkennbaren Risiken der Klimaerwärmung wurde im gesamten Genehmigungsverfahren ausgeblendet, dass der Flugverkehr die klimaschädlichste Form der Fortbewegung ist.

  • 2014 veröffentlichte der BUND Hessen die Studie „Kurzstreckenflüge auf die Schiene“, die aufzeigte, dass 100.000 Flugbewegungen pro Jahr ohne Komfortverlust sofort auf die Schiene verlagert werden könnten. Mit dem vor wenigen Tagen beschlossenen „Klimapaket“ unternimmt die Bundesregierung unter dem Eindruck des Klimawandels endlich erste zaghafte, aber noch völlig unzureichende Schritte, um innerdeutsche Kurzstreckenflüge auf die Schiene zu verlagern.

  • Vor einigen Jahren machte der BUND Hessen bekannt, das die Nachtflugbeschränkung von 23 bis 5 Uhr durch verspätete Landungen ausgehöhlt wird, weil die Ausbaugenehmigung hier zu Lasten der Bevölkerung viel zu großzügig ist.

Hintergrundinformationen

BUND Hessen-Studie: „Kurzstreckenflüge auf die Schiene“
 

Weitere Informationen

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Anders
Tel.: 069 677376 43
presse(at)bund-hessen.de
www.bund-hessen.de

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Geleitsstraße 14
D-60599 Frankfurt am Main

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