BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

Erster Gartenschläfer-Nachweis seit Jahrzehnten in Söhrewald – BUND bittet Bürger*innen um Mithilfe

24. Juni 2020 | Biologische Vielfalt, Gartenschläfer

Seit Jahrzehnten konnte ein Gartenschläfer im Söhrewald identifiziert werden. Nun bittet der BUND um Mithilfe der Bürger*innen, weitere Beobachtungen zu melden.

Gartenschläfer sind an ihrer typischen Zorro-Maske zu erkennen. (Foto: Dietmar Nill)

Im Söhrewälder Ortsteil Wellerode lebt mindestens ein Gartenschläfer. Dieser erste Nachweis der Schlafmaus seit Jahrzehnten gelang einem aufmerksamen Naturfreund mit seiner Wildtierkamera. Sein Hinweis auf www.gartenschlaefer.de ermöglichte den Fachleuten des Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“ die eindeutige Identifizierung der gefährdeten Art. Das Projekt des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

„Wir staunten nicht schlecht“, sagt Susanne Steib vom BUND Hessen. „Zwar gibt es für den Kaufunger Wald Nachweise, diese sind allerdings Jahrzehnte alt. Bis dato galt die Art in der Region als verschwunden.“ In Hessen lebt der Gartenschläfer vor allem im Rhein-Main-Gebiet. Nun forschen wir nach, ob es dort noch eine kleine Population gibt oder es sich um ein einzelnes Tier handelt, das zum Beispiel auf einem LKW mitgereist ist. Susanne Steib erklärt: „Diesen Fall konnten wir bereits öfter dokumentieren. Die Tiere steigen ein, verkriechen sich im Fahrzeug oder dessen Ladung und werden mitunter viele hundert Kilometer transportiert.“

 

BUND bittet um Mithilfe

Der BUND bittet nun die Bürger*innen im Kaufunger Wald und insbesondere in Söhrewald um Mithilfe. „Wer hat den Gartenschläfer in der Region bereits sichten können? Gibt es vielleicht einen ‚Mitbewohner‘ unter dem Dach, der ab und an Lärm macht oder Geräusche von Tieren, die sich nicht zuordnen lassen? Gibt es ungewöhnliche Fraßspuren an Obst? All dies können Anzeichen für die Anwesenheit von Gartenschläfern sein“, erläutert Susanne Steib. Im Verdachtsfall bittet der BUND um Kontaktaufnahme oder die Meldung der Sichtung unter www.gartenschlaefer.de (am besten mit Foto).

 

Hintergrund

Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) ist der kleine Verwandte des bekannteren Siebenschläfers (Glis glis). Beide Arten gehören zur Familie der Bilche. Der nachtaktive Gartenschläfer ist jedoch gut an seiner „Zorro-Maske“ und seinem in einer weißen Quaste endenden Schwanz zu erkennen.

Die Bestände des Gartenschläfers sind europaweit seit Jahren stark rückläufig und auch in Deutschland ist der Bilch in unbekanntem Ausmaß gefährdet. Zu den Rückgangsursachen ist bislang wenig bekannt. Deshalb starteten der BUND, die Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft 2018 die „Spurensuche Gartenschläfer“ mit dem Ziel, die Ursachen für den Bestandsrückgang des Gartenschläfers zu erforschen. Anhand der Ergebnisse sollen direkt Schutzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um die Populationen in einem großen Teil seines Verbreitungsgebiets zu stabilisieren.

Bei der Datenerhebung im Rahmen der Forschung hilft eine Vielzahl Freiwilliger. Sie spüren den Gartenschläfer mithilfe sogenannter Spurtunnel oder Wildtierkameras auf oder melden tot aufgefundene Tiere, die auf Krankheiten und andere Todesursachen untersucht werden können.

Für alle Fragen rund um den Gartenschläfer und die Beteiligung am Projekt steht die Projektkoordinatorin Susanne Steib vom BUND Hessen unter E-Mail: gartenschlaefer(at)bund-hessen.de und Tel: 069 677 376 16 zur Verfügung.

 

Weitere Informationen

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
069 677376 43
presse(at)bund-hessen.de
www.bund-hessen.de

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Geleitsstraße 14
60599 Frankfurt am Main

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