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Hessen e.V.

Pressemitteilung

BUND: Umbau der Landwirtschaft ist eine Investition in die Zukunft – FDP Forderungen nach Verzicht auf Ökolandbauziel ist unverantwortlich

01. April 2022 | Landwirtschaft, Ernährungswende

„Wer jetzt einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion in Hessen das Wort redet, verkennt, dass nur eine Ökologisierung und ein Umbau eine widerstandsfähige Landwirtschaft und ein widerstandsfähiges Agrarsystem mit regionalen Lieferketten schafft, das mit Krisen umgehen kann und weniger störungsanfällig ist.“

Jörg Nitsch, Landesvorsitzender BUND Hessen (Foto: Niko Martin)

Landtagsdebatte zur Agrarpolitik

Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) kritisiert die FDP-Landtagsfraktion für ihre Forderung, dass es angesichts des Ukraine-Kriegs zu einer vollständigen Umkehr der hessischen Agrarpolitik kommen müsse und ein Festhalten am Ziel, den Anteil des Ökolandbaus in Hessen bis 2025 auf 25 % zu steigern „nicht mehr zeitgemäß“ wäre.

Jörg Nitsch, Landesvorsitzender des BUND Hessen: „Auch mir bereiten die Folgen des Ausfalls der Ukraine als Weizen-Exporteur für  Länder, die schon seit Jahrzehnten auf massive Nahrungsmittelimporte aus der Ukraine und aus Russland angewiesen sind, Sorge. Aber geringe Mehrerträge in Hessen bei der Weizenproduktion werden kaum Einfluss auf die weltweite Verfügbarkeit von Getreide haben. Kurzfristig wichtig ist, dass Länder in denen Hunger herrscht, durch schnelle Hilfe z.B. durch das World Food Programme zu unterstützen. Notwendig ist aber auch die Veränderung unserer Ernährungsgewohnheiten hin zu weniger Fleischkonsum, damit nicht weiter 60 % der Agrarflächen in Deutschland für den Futtermittelanbau genutzt werden.“

Nach Auffassung des BUND ist Hunger vor allem ein strukturelles und ein Verteilungsproblem (Armut, Verteilung, fehlender Zugang zu Land, fehlende Ressourcen und Ausbildung, fehlende Möglichkeit des eigenen Nachbaus von Saatgut usw.). Die massiven Auswirkungen der wegbrechenden Exporte nach Nord- und Ostafrika zeigen erneut, wie wichtig es ist, dass Länder unabhängiger und in die Lage versetzt werden, sich selbst zu versorgen.  

Jörg Nitsch: „Wer jetzt einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion in Hessen das Wort redet, verkennt, dass nur eine Ökologisierung und ein Umbau eine widerstandsfähige Landwirtschaft und ein widerstandsfähiges Agrarsystem mit regionalen Lieferketten schafft, das mit Krisen umgehen kann und weniger störungsanfällig ist. Außerdem bedeutet eine Intensivierung auch, dass wir von Energie und (Dünge-)Rohstoffen abhängig bleiben. Unsere Landwirtschaft und Ernährung werden also nicht widerstandsfähiger – im Gegenteil.“

Die in Presseberichten zitierte Aussage der CDU-Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt, dass „ergebnisoffen und ideologiefrei“ geprüft werden soll, wie die landwirtschaftliche Produktion gesteigert werden kann ohne dabei die Ziele des Umwelt- und Klimaschutzes unter den Tisch fallen zu lassen, kommentiert Jörg Nitsch: „Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die Beachtung der Umwelt- und Klimaschutzziele ist die die zwingende Voraussetzung für die Zukunft der Landwirtschaft.“

 

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