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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

BUND-Kommentar: Konflikte mit dem Wolf nur durch Herdenschutz lösbar

19. Februar 2020 | Naturschutz, Biologische Vielfalt, Landwirtschaft

Konflikte mit dem Wolf nur durch Herdenschutz lösbar BUND begrüßt Einführung der Weidetierprämie

Konsequenter Herdenschutz hilft, Nutztierrisse durch den Wolf zu vermeiden. (Foto: Herwig Winter)

Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) begrüßt die Einführung der Weidetierprämie in Hessen.

Jörg Nitsch, Landesvorsitzender: „Nutztierrisse lassen sich nur durch konsequenten Herdenschutz vermeiden. Die damit verbundenen Mehrkosten für Schäfer und Ziegenhalter müssen vom Staat getragen werden. Die von CDU und Grünen beschlossene Weidetierprämie ist für den BUND ein zentrales ökonomisches Element, um die Konflikte zu lösen.“

Als einen Irrglauben bezeichnet der BUND die Vorstellung, dass sich die Probleme durch eine Jagdzeit auf Wölfe lösen lassen. Nutztierrisse lassen sich vermeiden, wenn junge Wölfe überall auf gesicherte Weidetiere treffen und deshalb den Anblick eines Schafes oder eines anderen Weidetieres mit der Erinnerung an einen Stromschlag oder die Konfrontation mit einem Herdenschutzhund verbinden. Jungwölfe mit diesem Lerneffekt werden ihr Leben lang Weidetiere meiden. Sachsen-Anhalt und Brandenburg meldeten kürzlich erste Erfolge im Herdenschutz.

Jörg Nitsch: „Wer hingegen Jagdzeiten als Lösung propagiert, bestärkt alle diejenigen, die keine Herdenschutzmaßnahmen durchführen wollen, untergräbt den Lerneffekt bei jungen Wölfen und verhindert so die Konfliktlösung.“

Die Mehrzahl der Weidetierrisse geht von Jungwölfen aus, die auf ungesicherte Nutztiere treffen, und nicht von sesshaften, revierverteidigenden Altwölfen. Wer eine Jagdzeit propagiere, ermöglicht aber auch den regelmäßigen Abschuss derjenigen revierverteidigenden Altwölfe, die keine Weidetiere reißen und ihre Reviere von allen anderen Wölfen freihalten.

Der BUND Hessen kritisiert die Bundesregierung, weil diese trotz der mehrfachen Aufforderung durch den Bundesrat die bundesweite Einführung einer ausreichend finanzierten Weidetierprämie im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik bislang verweigert und statt dessen nur den erleichterten Abschuss von Wölfen durchgesetzt hat. Der BUND begrüßt, dass der Bundesrat deshalb am 14.02.2020 seine Forderung nach Einführung einer Weidetierprämie erneuerte.

 

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