BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

BUND Hessen kritisiert uneingeschränkte Fortführung der Bauplanungen für Stadtteil an der A 5

13. Februar 2020 | Flächenschutz, Lebensräume

Der BUND Hessen fordert den Frankfurter Planungsdezernenten, Mike Josef, zur Umkehr bei den Planungen eines Stadtteils an der A 5 auf.

Freiflächen rund um Frankfurt sorgen für ein besseres Stadtklima und Frischluft in der Main-Metropole. (Foto: Lynn Anders / BUND Hessen)

Der BUND Hessen fordert den Frankfurter Planungsdezernenten, Mike Josef, zur Umkehr bei den Planungen eines Stadtteils an der A 5 auf.

Jochen Kramer, zuständiges Landesvorstandsmitglied des BUND Hessen: „Der Beschluss der Regionalversammlung Südhessen für die Freihaltung von klimarelevanten Flächen und Kaltluftentstehungsgebieten sollte respektiert werden. Bevor hier voreilig Planungen auf ökologisch unverzichtbaren Freiflächen vorangetrieben werden, müssen zunächst die noch ausstehenden Ergebnisse und Bewertungen der vom Hessischen Wirtschaftsministerium beauftragten Klimaanalyse der Flächen an der A 5 berücksichtigt werden. Auch sind gesetzliche Restriktionen, wie der Mindestabstand zu den bestehenden Höchstspannungsfreileitungen zu beachten." 

Im Hinblick auf die aktuelle Wohnungssituation, sollte sich das Planungsamt stattdessen intensiv der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durch Aufstockungen im Gebäudebestand zuwenden. Das geht laut BUND schneller und ist ökologisch nachhaltiger möglich.

 

Hintergrund:

Grundsätzlich sind freie Flächen eine der wichtigsten Grundlagen für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Unversiegelte Böden sind Speicher für Niederschlagswasser und ein natürliches Reinigungssystem des Grundwassers, aus dem drei Viertel unseres Trinkwassers stammen. Boden ist der größte terrestrische Speicher für CO2 und hat einen großen Einfluss auf das Klima. In Ballungsräumen sind Freiflächen zur Kaltluftentstehung und Frischluftzufuhr auch für ein gesundes Wohnumfeld der Bewohner*innen von besonderer Relevanz und haben mit der Klimaerwärmung noch an Bedeutung gewonnen. So sorgt der auf den Freiflächen im Frankfurter Norden entstehende Kaltluftstrom für Abkühlung des aufgeheizten Frankfurter Stadtklimas. 

Angesichts der Klimaerwärmung sind zudem die Lössböden im Frankfurter Nordwesten mit ihrem enormen Wasserspeichervolumen und ihrer Ertragssicherheit für die Landwirtschaft besonders wertvoll. Der Erhalt von fruchtbaren Böden ist eine Schlüsselfrage der nachhaltigen Entwicklung und unserer Lebensgrundlagen. 

 

Weitere Informationen

 

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presse(at)bund-hessen.de
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