Innovativ! – "Unter den Tellerrand geschaut"

Die Kiste "Fertiggerichte" macht anschaulich, was sich alles in unserer Nahrung verbirgt.
Die Kiste "Fertiggerichte" macht anschaulich, was sich alles in unserer Nahrung verbirgt.

Für die Ausstellung "Unter den Tellerrand geschaut" zum Thema Landwirtschaft und Ernährung wurde die BUNDjugend im November 2004 mit dem Innovationsförderpreis des Hessischen Jugendrings ausgezeichnet.
Viele Stunden Arbeit der ehrenamtlich aktiven Jugendlichen des Arbeitskreis Action, der Landesjugendleitung und von Alicia Probst, die das freiwillige ökologische Jahr bei uns gemacht hat, stecken in der Ausstellung. Tagelang wurde getextet, gebastelt und gestaltet. Nach und nach konnten so die neun Kisten vervollständigt werden werden. Zum Einsatz kamen sie dieses Jahr auf dem Jugendkirchentag in Wiesbaden und auf dem Hessentag in Lorsch. Verschiedene Ortsverbände des BUND haben sie bereits ausgeliehen.
Und so freuten sich Alina Schäfer und Juri Anders - stellvertretend für alle Mitwirkenden - das Projekt dem versammelten Kreis von Vertreter/innen der Jugendverbände vorstellen zu können und einen Scheck über 3.000,- Euro in Empfang nehmen zu können.

"Unter den Tellerrand geschaut"

In neun Kisten werden Themen wie Fleisch, Brot, Zucker, Fertigmahlzeiten, Zusatzstoffe, Fisch-Fang, Gentechnik, fairer Handel und konventioneller / biologischer Anbau behandelt. In jeder Kiste werden die Problemfelder der jeweiligen Themen in einem kurzen Text erläutert und mit Bildern und Modellen symbolisch dargestellt. So können die wichtigsten Kritikpunkte und Forderungen der BUNDjugend zu Ernährung und Landwirtschaft anschaulich und prägnant vermittelt werden. Denn es scheint der BUNDjugend in Zeiten von wechselnden Lebensmittelskandalen und dem drohenden Einzug der Gentechnik in die Marktregale dringend geboten, die Verbraucher aufzuklären und ein kritische Konsumentenhaltung zu erzeugen.
Die Ausstellung spricht sowohl Kinder, Jugendliche wie auch Erwachsene an und weckt durch das nötige Öffnen der Kisten bei allen Altersgruppen Neugierde.
Sie wird gerne verliehen und bietet sich für eigene Informationsveranstaltungen oder Schul-Projekttage an. Dazu gibt es ein Begleitheft mit näheren Informationen zu den einzelnen Themen.

GENormt ! GENial ? GENug !

Kleine und grosse Gentomaten auf dem Aktionsstand beim Jugendkirchentag in Wiesbaden
Kleine und grosse Gentomaten auf dem Aktionsstand beim Jugendkirchentag in Wiesbaden

Unter diesem Motto beteiligte sich die BUNDjugend an dem Programm des Jugendkirchentags im Juni 2004 mit einem Aktionsstand zum Thema grüne Gentechnik. Dabei kam natürlich auch die Ausstellung "Unter den Tellerrand geschaut" zum Einsatz. Etwa 6000 Jugendliche versammelten sich in Wiesbaden für vier Tage, um an einem bunt gemischten Programm teilzunehmen. Es wurde eine vielfältige Mischung von Ausstellungen, Workshops, Diskussionsrunden, Spiel, Sport und Konzerten von den Veranstaltern geboten.

Die BUNDjugend war mit einem zentral gelegenen Aktionsstand in den Grünanlagen vor dem Hauptbahnhof in Wiesbaden präsent. Nicht zu übersehen war die Gentomate des BUND, die von den Jugendlichen gerne als Treffpunkt genutzt wurde. Am Stand gab es - dank zahlreicher Spenden - Essensproben aus kontrolliert biologischem Anbau, Infomaterial, fachkundige Auskunft und zahlreiche Aktivitäten, die zum Mitmachen einluden. Aus Tennisbällen konnten kleine Gentomaten gebastelt werden und beim Dosenwerfen durfte auf Konzerne, die gentechnisch veränderte Lebensmittel produzieren und vertreiben, gezielt werden.

Fleissige Helferinnen verteilen garantiert gentechnikfreie Essensproben
Fleissige Helferinnen verteilen garantiert gentechnikfreie Essensproben

Ein Quiz testete das Wissen der Jugendlichen zum Thema Gentechnik in Lebensmitteln. Hier zeigte sich, wie wichtig nach wie vor Information und Aufklärung sind, denn den meisten Jugendlichen waren die neuen Bestimmungen zur Kennzeichnungspflicht nicht bekannt. Mit einer Unterschriftensammlung wandten wir uns gegen den Anbau transgener Nutzpflanzen und verabschiedeten dazu eine Resolution, die am Ende der Veranstaltung der Presse und der Leitung des Jugendkirchentages übergeben wurde.

Besonders gut kamen bei den Jugendlichen das Mitsingen des Gensongs von "Gerhard GEN" und das Spiel WTOpoly an. Dabei durften die Jugendlichen sich in die Rolle von Konzernchefs begeben und in verschiedenen Ländern Investitionen tätigen, Rohstoffe ausbeuten oder sich in den Dienstleistungssektor einkaufen. Mit dem Spiel konnten die Spielregeln der globalen Wirtschaft, die Rolle der WTO und die negativen Folgen für Mensch und Umwelt leicht verständlich gemacht werden.

Am Ende war das einhellige Fazit der Vorbereitungsgruppe, dass die BUNDjugend öfter mit Mitmach-Aktionen auf Großveranstaltungen präsent sein könnte.

AK Action

Der Infostand des AK Action zum Thema Gentechnik in Lebensmitteln in der Fussgängerzone von Bad Nauheim
Der Infostand des AK Action zum Thema Gentechnik in Lebensmitteln in der Fussgängerzone von Bad Nauheim

Um zukünftig systematischer die Planung von Aktionen betreiben zu können, wurde auf dem Jahresplanungstreffen im Oktober der AK Action gegründet.

Auftakt der Tätigkeiten des Arbeitskreises bildete ein Infostand in der Fußgängerzone in Bad Nauheim während des Jahresplanungstreffens. Auch hier ging es um das Thema Gentechnik in Lebensmitteln. Die Teilnehmer/innen befragten Passanten und Verkäufer/innen in Geschäften zu dem Thema und fassten die Ergebnisse in einer Pressemitteilung zusammen. Heraus kam, dass der Lebensmitteleinzelhandel für das Thema sensibilisiert ist und versucht, sein Sortiment von gentechnisch manipulierten Produkten freizuhalten. Die aktuelle Gesetzeslage sowie die Kennzeichnungspflicht auch auf Speisekarten war den meisten Befragten dagegen unbekannt.

Die nächste Umfrage führten einige Mitglieder des AK Action auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt durch. Internationales Publikum wurde zu seinen Wünschen für eine gesunde Umwelt befragt. Als Dankeschön verteilten die Jugendlichen Mandarinen aus kontrolliert biologischen Anbau. In weniger als zwei Stunden hatten die BUNDjugendlichen schon über 40 Wünsche in fünf verschiedenen Sprachen auf vorbereiteten Wunschzetteln gesammelt. Gehäuft wurde der Wunsch niedergeschrieben, die Politik möge mehr den Umweltschutz beachten, auf den Straßen mögen weniger Autos fahren und die Regenwälder sollten besser vor den Abholzungen geschützt werden. Die Wünsche sollen bei nachfolgenden Aktionen an Politiker übergeben werden.
Man darf gespannt sein, was der AK Action in 2005 auf die Beine stellen wird!

Jugendgruppen gründen

Die Jugendliochen der BUNDjugend Gießen besichtigen die Kühlschrank-Recycling- Anlage des Recylclingzentrums in Buseck
Die Jugendliochen der BUNDjugend Gießen besichtigen die Kühlschrank-Recycling- Anlage des Recylclingzentrums in Buseck

Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit sollen nicht nur vom AK Action auf Landesebene umgesetzt werden. Uns ist wichtig, dass sich aktive Jugendliche vor Ort für den Schutz der Umwelt stark machen. Deshalb wurden 2004 mit Unterstützung der Landesjugend zwei neuen Jugendgruppen in Marburg und Gießen ins Leben gerufen.

In Gießen gab es bereits eine Gruppe interessierter Jugendlicher, die eine Foto-Ausstellung zum Thema Abfall geplant hatten. Da lag es nahe, sich zunächst theoretisch mit dem Thema zu beschäftigen. Also wurde das Seminar "Ein Anfall von Abfall" aus der Reihe Öko-Führerschein ein zweites Mal in diesem Jahr im Juli 2004 in Gießen durchgeführt. Nach einer allgemeinen Einführung zur Abfallproblematik besichtigte die Gruppe das Recycling-Zentrum in Buseck, die Mülldeponie in Reiskirchen und die Kompostierungsanlage in Geilshausen. Außerdem stellte ein Vertreter der Kreisverwaltung das neue Abfallkonzept des Kreis Gießen vor. Als erstes setzte die Gruppe ihr neu gewonnenes Wissens mit einem Infostand auf dem Jugendfestival "Bring Anna mit" um, das im September in Heuchelheim stattfand. Dort regte sie die Kinder und Jugendlichen mit verschiedenen Aktionen zum Nachdenken über Mülltrennung an.
Als nächstes wurden die Vorbereitungen für die Foto-Ausstellung in Angriff genommen, die hoffentlich in 2005 zu besichtigen sein wird.

Floßfahrt in Schweden

Eines der Flosse, mit denen die Gruppe 6 Tage lang auf dem Klarälven in Schweden unterwegs waren
Eines der Flosse, mit denen die Gruppe 6 Tage lang auf dem Klarälven in Schweden unterwegs waren

Bei der BUNDjugend werden nicht nur Aktionen geplant und durchgeführt, es bleibt auch Zeit und Gelegenheit für intensives Naturerlebnis, um das Schützenswerte erfahrbar zu machen. Ein Beispiel aus dem Freizeitangebot ist eine abenteuerliche Floßfahrt in Süd-Schweden. Wer möchte nicht einmal wie Tom Sawyer ein Floß bauen und einfach los fahren?

Elf Teilnehmer einer Freizeit der BUNDjugend Hessen und der BUND-Hochschulgruppe Witzenhausen haben genau das getan. Mit zwei zusammengebauten Baumstammflößen ging auf dem Fluss Klarälven stromabwärts. In 6 Tagen legten die Flößer so fast 90 Kilometer zurück. Auf den Flößen machte es sich die Gruppe mit Zelten und Hängematten gemütlich und suchte bei überwiegend sonnigen Wetter im Fluss Abkühlung. Übernachtet wurde am Ufer und auf Sandbänken. Die Baumstämme wurden nur mit Seilen zusammengehalten und konnte sich hier und da auch mal lösen. So passierte es eines Abends, als man noch auf dem Wasser in der Dämmerung herumtrieb. Jedoch konnte die Gruppe das Floß notdürftig mit ein paar Knoten in der Dunkelheit reparieren, so dass es noch bis zu einem Nachtplatz schwimmen konnte. Am nächsten Tag wurde dann der Schaden behoben und die restlichen 2 Tagestouren gemeistert. Damit haben die 11 Flößer ihr Floßdiplom bestanden. "Die Tour war ein super Abenteuer und man konnte sich wirklich wie Tom Sawyer oder Flusspiraten fühlen" findet Timo Botz, ein Teilnehmer dieser außergewöhnlichen Tour.

Frühstück am Sandstrand des Klarälven während der Flosstour in Schweden
Frühstück am Sandstrand des Klarälven während der Flosstour in Schweden

Neben dem Floßabenteuer wurden noch zwei schwedische Nationalparks besucht, in denen die Teilnehmer/innen unberührte Natur genießen konnten. Diese Parks wurden zu Fuß erkundet. Beeindruckt waren die Teilnehmer/innen, dass es sich auch in urigen Bauernhäusern und Wanderhütten ohne Strom und fließend Wasser gut leben lässt. Tolle Landschaften und urige Moore wurden durchwandert. Leider konnten in den zwei Wochen keine Elche gesichtet werden, dafür wurden die Teilnehmer/innen durch viele andere seltene Tier- und Pflanzenarten, die sie beobachten konnten, entschädigt.



  • Direkt zur Online-Spende! (Foto: eyewire / fotolia.com)
  • Jetzt BUND-Mitglied werden! (Fotos: eyewire / fotolia.com)

Jahresbericht 2004

Titelseite des Jahresberichtes 2004, Tagpfauenauge als Titelbild

Einblicke in die Arbeit des BUND Bundesverbandes, seine Einnahmen und Ausgaben, die Zahl seiner Mitglieder und Förderer – das alles und noch viel mehr finden Sie im Jahresbericht 2004 (640 KB)

Suche