Inhaltsverzeichnis
Kurzbeschreibung und Fakten
Die Projektfläche im Satellitenbild
Historie
Die Projektidee entstand Ende 2004 beim BUND Ortsverband unter dem Eindruck der zur Ortsumgehung Biedenkopf im Zuge der B 62 angelegten Renaturierungsmaßnahmen im Bereich „Erler Loch“ und der Kenntnis über den hohen Anteil von Flächen im Eigentum der öffentlichen Hand (Stadt Biedenkopf, Ankaufsflächen der Straßenverwaltung). Zudem waren infolge des Straßenbaues ein Rückzug der traditionellen Landwirtschaft, Verbrachungstendenzen und zeitweise Flächenbelegung durch intensiv genutzte Pferdekoppeln feststellbar.
Die Projektziele decken sich auch mit der Planung des Regierungspräsidiums Gießen zu Maßnahmen der Auenentwicklung an der Oberen Lahn. Stadt, Kreis und Straßenverwaltung wurden durch Präsentationen, intensive Abstimmung und Konzeptentwicklung für das Projekt gewonnen und stellen ihre Flächen bereit. Privatflächen wurden bzw. werden sukzessive durch den BUND mit Mitteln aus der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe erworben. Kurzfristig ergab sich der Kontakt zu einem Betrieb mit Rotem Höhenvieh, der die Verfügbarkeit von Fläche in der Lahnaue auch für die Erweiterung seines Rinderbestandes nutzt. Bereits seit Anfang 2005 konnte daher eine extensive Weidenutzung etabliert werden.
Ziele
Ziel ist die Unterstützung der Fließgewässerdynamik unter aktiver Nutzung der strukturbildenden Wirkungen von Tritt und Verbiss der Weidetiere. Eine neu anzulegende Flutrinne der Lahn soll das Gewässer künftig in die zentrale Aue lenken und das Weitere dort der Hochwasserdynamik überlassen. Im Zuge der Maßnahme wird auch ein Wehr verblockt, um Aufstiegsmöglichkeiten für Fließgewässerorganismen zu verbessern. In den Wiesenbereichen erfolgen weitere Vernässungen. Hierdurch sollen insbesondere Wiesenbrüter und Amphibien profitieren. Die Nutzung soll sukzessive von Mähweiden und Ackerflächen auf eine ganzjährige Großkoppelhaltung umgestellt werden.
Das Projekt dient auch der Bestandsicherung und Verbreitung der Rasse „Rotes Höhenvieh“ als für den Raum bis in die 70er Jahre authentischer Regionalrasse. Durch die Lage an einem der Hauptspazierwege und am Lahn-Radfernwanderweg werden auch für Erholungssuchende interessante Naturerlebnisse eröffnet. Das Projekt ist daher besonders geeignet, auch die Anliegen und Maßnahmen des Naturschutzes „beiläufig“ zu vermitteln.
Pflegemodus
Teilflächen unterliegen derzeit noch ackerbaulicher Nutzung und einschüriger Mahd, letztere gehen danach zur Nachbeweidung portionsweise in eine Großkoppel über. Derzeit wird mit einer mobilen Zaunanlage gearbeitet. Eine feste Einzäunung mit Netzstrom ist geplant. Alle genannten Biotoptypen einschließlich des Flussbettes der Lahn sind in die Weide integriert.
Ansprechpartner und weiteres BUND-Projekt an der Lahn in Marburg
Ansprechpartner für das Projekt sind
- bei der Unteren Naturschutzbehörde: Uwe Kürger – KruegerU@marburg-biedenkopf.de
- und beim BUND: Matthias Schneider – Matthias.Schneider@bund.net
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Weideprojekts.

- Wehr an der Lahn in Marburg; Foto: BUND Kreisverband Marburg-Biedenkopf
Lesen Sie auch über das BUND-Lahnprojekt in Marburg. Dort wird ein Konzept entwickelt, dass eine nachhaltige und naturverträgliche Nutzung der Lahnauen im Stadtgebiet Marburg ermöglicht. Dabei sollen sowohl der ökologische Wert der Auenflächen als auch deren Naherholungswert verbessert werden.








