Die Rettung der Rhönschafe in der Rhön

Dass es Rhönschafherden heute noch in der Rhön gibt, ist auch ein Verdienst des BUND Hessen. Das Rhönschaf war in der Rhön schon stark gefährdet, denn in den letzten Jahrzehnten gab man dort anderen Schafrassen den Vorzug. Eine der letzten Rhönschafherden, 250 Tiere stark, stand 1997 nach dem Tod des Eigentümers mehrere Monate zum Verkauf. Doch da seitens der Erben auch über Anzeigen in den bundesweiten Schäferzeitungen kein Käufer gefunden werden konnte, sollte die Herde dem Schlachter zugeführt werden.

Rhönschaf-Herde (Foto: Reiner Cornelius)

Die Hessische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, die im Sommer 1997 Kenntnis vom geplanten Verkauf der Herde erhielt, entwickelte gemeinsam mit dem BUND Hessen ein Finanzierungskonzept. Zunächst wurden die 250 Tiere durch einen privaten Kreis von Rhönschaf-Freunden des BUND für 30.000 DM erworben. Durch die gemeinsame Initiative des BUND Hessen, des Biosphärenreservats Rhön, der Stiftung Hessischer Naturschutz und des Mineralbrunnens Förstina konnte die Herde dann endgültig angekauft und in das Eigentum des BUND Hessen überführt werden.

Seitdem betreut Dietmar Weckbach diese erste Rhönschafherde des BUND Hessen und konnte die Herde bereits auf 600 Tiere vergößern. Im Jahr 2011 hat der BUND Hessen zwei weitere Rhönschafherden angekauft. In Ehrenberg/Melperts bewirtschaftet die Rhönschäferin Julia Djabalameli auf dem Spiegelshof eine Herde Rhönschafe für den BUND Hessen. Eine weitere Herde bewirtschaftet die Schäferei Elmar Spies in Eiterfeld/Leimbach.

Und der Naturschutz?

Die Rhön

In der landwirtschaftlichen Ungunstlage der Rhön sind die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft äußerst schwierig. Die BUND-Rhönschafherden bieten die Perspektive, einen wichtigen Beitrag für den Erhalt des charakteristischen Landschaftsbildes des „Landes der offenen Fernen” zu leisten. Durch die extensive Beweidung mit Rhönschafen und deren guter Futterverwertung sowie gehölzverbeißender Eigenschaften können hohe Folgepflegekosten vermieden werden. Das heute vielfältige Grünlandmosaik des oberen Ulstertals mit seinen Lesesteinwällen, den Gebüschsäumen, Waldarealen und zum Teil blocküberlagerten Weiden kann so auf der gegenwärtig bewirtschafteten Fläche von 120 ha gesichert werden. Die Schafhaltung mit ihrem Festmist verhindert auch die Ausbringung von Gülle auf den talwärts gelegenen befahrbaren Wiesen.

Das Vorhandensein des Schäfers eröffnet auch die Perspektiven, sensible, als Naturschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Borst- und Magerrasen, sachgerecht zu beweiden. Es sind wertvolle Grünlandbereiche, die vom Schäfer genutzt werden, wie die Hanglagen des Stirnbergs, das Hölltal oder die Hänge des Ehrenbergs. Der Wanderer trifft in diesen Bereichen sowohl auf Türkenbund, Akelei, Trollblumen oder auch auf eine Vielzahl von Knabenkräutern. Auch die Charakterpflanze der Rhön, die Silberdistel, ist vereinzelt zu finden. In Teilbereichen konnten sich auch noch Vorkommen des Fransenenzianes halten.

Daneben sind die Weiden Lebensraum für Wiesenpieper, Bekassine und Dorngrasmücke. Raubwürger und Neuntöter sind hier und auf den noch höher gelegenen Gemeinschaftshuten regelmäßig anzutreffen. Auch eine Reihe von seltenen Schmetterlingen wie der Schwalbenschwanz, der Trauermantel oder der Eisvogel haben hier Rückzugsgebiete gefunden.

So profitieren vom Rhönschaf-Projekt nicht nur die Landwirtschaft und der örtliche Fremdenverkehr, sondern auch der Naturschutz. Für das Biosphärenreservat stellt das Projekt unter dem Leitbild „Schutz durch Nutzung” ein wichtiges Modell dar, um Ökonomie und Ökologie, auch unter der Zwangsläufigkeit von Kompromissen, zu harmonisieren.

Umweltbildung mit dem Rhönschaf

Rhönschaf-Schäfer Weckbach mit Kindergruppe (Foto: Reiner Cornelius)

Für Kinder ist das Lernen über Natur und Umwelt gerade am Beispiel von Tieren in deren natürlicher Umgebung besonders anschaulich. Am Beispiel des Rhönschafs können Kinder viel über den Lebenszyklus eines Schafs und über seinen Nachwuchs lernen. In der Schäferei Weckbach sind regelmäßig Schulklassen zu Gast. Sie wandern gemeinsam zur Schafherde und erfahren dort alles rund ums Rhönschaf und über seine Heimat.

Helfen Sie mit: Das Rhönschaf braucht Verstärkung!

Sie können das Rhönschaf-Projekt mit einer Spende an den BUND Hessen unterstützen.

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