In der landwirtschaftlichen Ungunstlage der Rhön sind die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft äußerst schwierig. Die BUND-Rhönschafherden bieten die Perspektive, einen wichtigen Beitrag für den Erhalt des charakteristischen Landschaftsbildes des „Landes der offenen Fernen” zu leisten. Durch die extensive Beweidung mit Rhönschafen und deren guter Futterverwertung sowie gehölzverbeißender Eigenschaften können hohe Folgepflegekosten vermieden werden. Das heute vielfältige Grünlandmosaik des oberen Ulstertals mit seinen Lesesteinwällen, den Gebüschsäumen, Waldarealen und zum Teil blocküberlagerten Weiden kann so auf der gegenwärtig bewirtschafteten Fläche von 120 ha gesichert werden. Die Schafhaltung mit ihrem Festmist verhindert auch die Ausbringung von Gülle auf den talwärts gelegenen befahrbaren Wiesen.
Das Vorhandensein des Schäfers eröffnet auch die Perspektiven, sensible, als Naturschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Borst- und Magerrasen, sachgerecht zu beweiden. Es sind wertvolle Grünlandbereiche, die vom Schäfer genutzt werden, wie die Hanglagen des Stirnbergs, das Hölltal oder die Hänge des Ehrenbergs. Der Wanderer trifft in diesen Bereichen sowohl auf Türkenbund, Akelei, Trollblumen oder auch auf eine Vielzahl von Knabenkräutern. Auch die Charakterpflanze der Rhön, die Silberdistel, ist vereinzelt zu finden. In Teilbereichen konnten sich auch noch Vorkommen des Fransenenzianes halten.
Daneben sind die Weiden Lebensraum für Wiesenpieper, Bekassine und Dorngrasmücke. Raubwürger und Neuntöter sind hier und auf den noch höher gelegenen Gemeinschaftshuten regelmäßig anzutreffen. Auch eine Reihe von seltenen Schmetterlingen wie der Schwalbenschwanz, der Trauermantel oder der Eisvogel haben hier Rückzugsgebiete gefunden.
So profitieren vom Rhönschaf-Projekt nicht nur die Landwirtschaft und der örtliche Fremdenverkehr, sondern auch der Naturschutz. Für das Biosphärenreservat stellt das Projekt unter dem Leitbild „Schutz durch Nutzung” ein wichtiges Modell dar, um Ökonomie und Ökologie, auch unter der Zwangsläufigkeit von Kompromissen, zu harmonisieren.