Das Rhönschaf-Projekt des BUND Hessen:
Naturschutz, Regionalentwicklung und Umweltbildung

Rhönschaf-Herde (Foto: Biosphärenreservat Rhön)

Das BUND-Rhönschaf-Projekt innerhalb des Biosphärenreservats Rhön trägt zum Naturschutz, zur Regionalentwicklung und zur Umweltbildung bei. An diesem Modellprojekt wird das Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur besonders anschaulich und es wird Wissen über das Rhönschaf und seine kulturelle Bedeutung vermittelt, über die extensive Landschaftspflege, die Pflanzen der Rhön, die Wertschöpfungskette und die Problematiken bei der Fleischvermarktung. Das Rhönschaf ist außerdem Symboltier des Biosphärenreservats Rhön. Das Projekt des BUND Hessen trägt dazu bei, dass das Rhönschaf auch über die Grenzen der Rhön hinaus bekannter wird. Das stärkt das Symboltier der Rhön als auch die Rhön selbst.

Leitbild des Rhönschaf-Projekts – Schutz durch Nutzung

Blumenwiese in der Hoch-Rhön (Foto: Werner Hilpert)

Das Rhönschaf-Projekt verfolgt als Leitbild den „Schutz durch Nutzung”. Die Rhön soll offen gehalten werden mit einer an diese Landschaft angepasste Form der Pflege. Dazu gehört statt modernen Mähmaschinen traditionellerweise das Rhönschaf. Auch wenn prinzipiell die Offenhaltung durch andere Tierrassen wie z.B. Rinder gewährleistet werden kann, so hat doch das Rhönschaf eine unvergleichbare historische Bedeutung und zählt damit zum Kulturgut. Zudem gibt es diese extensive Form der Landwirtschaft heute kaum noch. Dadurch sind weitere Tier- und Pflanzenarten bedroht, die auf die Offenhaltung der Rhön angewiesen sind und damit die Wertigkeit des gesamten Biosphärenreservats Rhön ausmachen. Vom Rhönschaf-Projekt profitieren Naturschutz, Landwirtschaft als auch die Region. Das Projekt unter dem Leitbild Schutz durch Nutzung ist ein Modell, mit dem die Regionalentwicklung gestärkt wird und die lokal entstehende Wertschöpfung in der Region verbleibt.

 

 

Rhönschafe (Foto: Arnulf Müller)

Zielsetzung des Rhönschaf-Projekts

  • Schutz und Erhalt einer alten Haustierrasse
  • Erhalt des Rhönschafs als Kulturgut der Rhön
  • Fördern der extensiven Landschaftspflege und Verbreitung einer umweltverträglichen Landwirtschaft
  • Fördern des Verständnisses ökologischer Zusammenhänge und der Umweltbildung

Sie können das BUND-Rhönschafprojekt unterstützen:
Werden Sie Rhönschaf-Pate!

Das Land der offenen Fernen

Einzigartige Kulturlandschaft der Rhön (Foto: Arnulf Müller)

Das heutige Landschaftsbild der Rhön zeichnet sich durch unbewaldete Kuppen und Hochflächen aus, weshalb sie auch als das „Land der offenen Fernen“ bezeichnet wird. Die Rhön erstreckt sich auf das Dreiländereck Hessen, Thüringen und Bayern und erhielt 1991 von der UNESCO die Anerkennung als Biosphärenreservat. Mit dieser Anerkennung verbunden ist die Verpflichtung zur Erhaltung und zur Weiterentwicklung der Rhönlandschaft und ihrer historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt. Die Landschaftspflege durch das Rhönschaf leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.

Landschaftspflege mit dem Rhönschaf

Das Rhönschaf leistet viel für die Rhön und ist eine kulturhistorische Besonderheit. Kein anderes Tier bringt so viele Vorteile mit, um die typischen Hochebenen der Rhön naturschonend zu bewirtschaften. Die Beweidung durch das Rhönschaf ist eine grundlegende Voraussetzung, um die Rhön als traditionelle Kulturlandschaft in ihrer heutigen Form zu erhalten.

Im Laufe der Zeit hat sich das Rhönschaf ideal an das raue und kühle Klima der Rhön angepasst. Durch karge Weideverhältnisse und schlechte Futterbedingungen wurde es im Laufe der Zeit sehr anspruchslos und genügsam. Aus Mangel an Weideflächen im Tal legten die Rhönschafe schon immer große Entfernungen zurück, um von den Siedlungen hinauf auf die Rhöner Hochflächen zu wandern. Tagsüber fraßen die Schafe auf der Hochebene und nachts düngten Sie die Äcker im Tal. Die Herde transportierte damit die Nährstoffe nach unten. Die Plateaus magerten aus und auf der Hochebene entstand eine besondere Vielfalt an Vegetationsgesellschaften, die sich durch Orchideen (z.B. Knabenkraut) und Borstgrasrasen auszeichnet. Das Rhönschaf kann problemlos auf die Höhen der Rhön wandern und ist zudem sehr marschfähig.

Durch die Beweidung der Hochflächen mit dem Rhönschaf wird ein erneutes Zuwachsen verhindert, wodurch die Pflanzenvielfalt erhalten bleibt. Die Weiden sind ein wichtiger Lebensraum für seltene Tierarten. Zur Pflege der Rhönlandschaft sind jedoch noch mehr Rhönschafe erforderlich, um weitere Flächen naturschonend zu bewirtschaften. Das Rhönschaf braucht Verstärkung!

  • Mutter- und Kind-Rhoenschaf (Foto: Simone Emanuel)
  • Vegetation in der Rhön (Foto: Reiner Cornelius)
  • Blumenwiese mit Knabenkraut (Foto: crimson)

Die Rettung der Rhönschafe in der Rhön

Dass es Rhönschafherden heute noch in der Rhön gibt, ist auch ein Verdienst des BUND Hessen. Das Rhönschaf war in der Rhön schon stark gefährdet, denn in den letzten Jahrzehnten gab man dort anderen Schafrassen den Vorzug. Eine der letzten Rhönschafherden, 250 Tiere stark, stand 1997 nach dem Tod des Eigentümers mehrere Monate zum Verkauf. Doch da seitens der Erben auch über Anzeigen in den bundesweiten Schäferzeitungen kein Käufer gefunden werden konnte, sollte die Herde dem Schlachter zugeführt werden. Lesen Sie mehr über die Rettung des Rhönschafes…

Helfen Sie mit: Das Rhönschaf braucht Verstärkung!

Sie können das Rhönschaf-Projekt mit einer Spende an den BUND Hessen unterstützen.

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Weitere Informationen

Der hessische Rundfunk interviewt die BUND-Rhönschafe (Foto: Reiner Cormelius)
Der hessische Rundfunk interviewt die BUND-Rhönschafe (Foto: Reiner Cormelius)