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Das Rhönschaf - die älteste deutsche Nutztierrasse
Noch 1910 betrug der Anteil der Schafe bei Vieherfassungen rund 58 % der gehaltenen Tiere (erfasst wurden Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine). Bis 1966 sank dann der Anteil der Schafe auf 2,1 %. Im gleichen Zeitraum stieg die Haltung der Rinder auf annähernd 45 % .
Dem starken Rückgang der Schafhaltung liegen mehrere Ursachen zugrunde. Billige Woll- und Fleischimporte von Übersee, die stetige Intensivierung der Landwirtschaft und Vorurteile gegen Lammfleisch, ließen die Schafhaltung vielerorts zusammenbrechen. Davon besonders betroffen waren alte genügsame Haustierrassen wie das Rhönschaf, welche zwar aufgrund ihrer Genügsamkeit und Anspruchslosigkeit ideal für die Bewirtschaftung von Bergwiesen und Magerrasen geeignet waren, aber dem Glauben von Experten nach den Hochleistungsrassen zunächst kaum etwas entgegensetzen konnten und zunehmend in Vergessenheit gerieten. Erst die Rückbesinnung auf den Wert traditionell bewirtschafteter Kulturlandschaften mit ihrem außerordentlichen Artenreichtum sorgte für eine Renaissance vieler alter Haustierrassen, wobei das Rhönschaf nur eines davon darstellt.
Für Rhönschaf-Liebhaber ist das Rhönschaf der Adonis unter den deutschen Schafrassen: "hochbeinig, schlichtwollig, hornlos, ganz in weiß mit einem aparten, schwarzen, schmalen Nofretetekopf, unbewollt bis hinter die Ohren". Die 72 bis 85 cm hohen Tiere werden 60 bis 70 Kilo schwer. Damit aber beginnen für viele Schafhalter auch schon die Nachteile dieser Rasse.
Jahrelang wurde ausschließlich auf Gewicht gezüchtet. Fleischrassen, wie das schwarzköpfige Fleischschaf, erreichen in kürzerer Zeit ein bis zu 30 % höheres Schlachtgewicht. Auch benötigt das Rhönschaf zum Erreichen der Fortpflanzungsfähigkeit etwa 1 ½ Jahre, über ein halbes Jahr länger als andere Hochleistungsrassen. Die Zahl der Zwillingsgeburten ist gut, aber prozentual niedriger als z.B. beim Milchschaf.
All dies führte dazu, dass die Anzahl der Rhönschafe über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich sank. Anfang der 80-iger Jahre gab es in der hessischen und bayerischen Rhön kaum mehr als eine Handvoll Hobby- und Nebenerwerbszüchter. Bundesweit allerdings war das Rhönschaf zu keinem Zeitpunkt vom Aussterben bedroht. Weit über die Grenzen der Rhön hinaus gab und gibt es Herden: in Rheinland-Pfalz, Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg, dem Vogtland, in Bayern und Hessen und in Polen stehen Rhönschafherden.
Spendenkonto Rhönschaf-Projekt
Sie können mit einer Spende an den Bund Naturschutz, der bayerischere Landesverband des BUND, der sich bereits seit 1985 mit Rhönschafprojekten engagiert, und den BUND Hessen dazu beitragen, dieses oder ähnliche Projekte zu unterstützen.
Weitere Informationen

- Der hessische Rundfunk interviewt die BUND-Rhönschafe (Foto: Reiner Cormelius)
- Ansprechpartner in der Landesgeschäftsstelle des BUND Hessen ist Thomas Norgall.
- Der BUND Kreisverband Fulda hat ein paar Informationen zum Rhönschaf und zur Rhön.
- Beim BUND Osthessen gibt es unter Grünes Band mehr zu Rhönschafen
- vom BUND Osthessen sind auch die Dokumente: Das Rhönschaf (pdf; 277 KB) und
- Das Schäferhandwerk (pdf; 217 KB)
- Bund Naturschutz in Bayern e.V. – 20 Jahre Rhönschafprojekt (2005)
- Bund Naturschutz Kreisgruppe Rhön/Grabfeld
- Verwaltungsstellen Biosphärenreservat Rhön: www.biosphaerenreservat-rhoen.de










