Nachweis der Wildkatze mit Löckstöcken und Fotofallen

Die Dipl. Biologen Olaf Simon und Karsten Hupe bei der Lockstockbeprobung (Foto: Institut für Tierökologie und Naturbildung)
Die Dipl. Biologen Olaf Simon und Karsten Hupe bei der Lockstockbeprobung (Foto: Institut für Tierökologie und Naturbildung)
Wildkatze am Lockstock im Riedforst (Foto: Martin Reuter / HAWK, AG Rohe)
Wildkatze am Lockstock im Riedforst (Foto: Martin Reuter / HAWK, AG Rohe)

Der Einsatz von Lockstöcken gilt als sicherste Methode des Wildkatzennachweises und wird zur Kontrolle der Verbreitung der Tiere eingesetzt. Dazu werden Holzpflöcke mit Baldrian besprüht und in möglichen Wildkatzengebieten aufgestellt. In der Ranzzeit lockt der Duft Katzen an, die auf der Suche nach einem Partner umherstreifen. Sie reiben sich am Stock und hinterlassen dabei Haare am rauen Holz. Diese Proben werden von Helfern abgenommen und im Forschungsinstitut Senckenberg analysiert, indem aus den Haaren die Erbsubstanz DNS herausgelöst wird. Die Ergebnisse der Gentests erlauben die sichere Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatze. Auch Individuen und Verwandschaftsverhältnisse können so ermittelt werden. Damit können die Wanderbewegungen einzelner Wildkatzen und die Herkunft der Vorkommen nachvollzogen werden.

Neben Lockstöcken können auch Fotofallen wichtige Hinweise auf die Verbreitung von Wildkatzen geben. Die Kameras werden im Wald aufgestellt und lösen selbsttätig über einen Bewegungsmelder aus. Vorbeiziehende Tiere werden so unbemerkt und ohne zu stören dokumentiert. Dies ist besonders für die heimliche und nachtaktive Wildkatze ein guter Trick. Um die Sichtungen zu bestätigen, müssen aber echte Nachweise z.B. mithilfe der Lockstöcke erbracht werden.

21. Dezember 2010

Fotofalle beim BUND Kreisverband Waldeck-Frankenberg knipst Wildkatze

Im Schutz der Nacht schleicht eine Wildkatze durch den Wald. Doch was ist das? Angelockt von einem mit Baldrianduft präparierten Lockstock wagt sich das Tier näher heran, um sich schließlich genüsslich am Stock zu reiben. Dass sie dabei vor die Linse einer vom BUND Kreisverband Waldeck-Frankenberg aufgestellten Fotofalle gerät, bemerkt sie gar nicht. Still und heimlich wandert sie anschließend weiter ihrer Wege.

Diese spannenden Bilder entstanden im November im Kreis Waldeck-Frankenberg. Ein wichtiger Korridor führt hier von der Wildkatzen-Population im Rothaargebirge zum Vorkommen im Knüll.

Die größte „Lockstockaktion“ Deutschlands!

Zu Beginn des Jahres 2009 führte der BUND Hessen die bisher größte „Lockstockaktion“ Deutschlands durch. 408 Baldrian-Stöcke wurden auf einer Fläche von rund 1.400 km2 zwischen Taunus und Rothaargebirge aufgestellt und von rund 40 Helfern bis zu zwei Monate lang wöchentlich kontrolliert. Dabei arbeiteten Umweltverbände, der Naturpark Hochtaunus, Jäger, Forstverwaltung und interessierte Dritte in vorbildlicher Weise zusammen.

Dank der Lockstockbeprobungen konnte das Verbreitungsgebiet der Wildkatze für den Westen Hessens neu bestimmt werden.



Schriftzug „Vorsicht! Verlaufen.” und riesiger Fußabdruck im Wald aus der Vogelperspektive.
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