Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) ist kleiner als eine Taube und ein eher heimlicher Bewohner auf Stillgewässern und langsam fließenden Bächen und Flüssen. Dort sucht er stets die Deckung der ins Wasser überhängenden Ufervegetation, so dass man ihn nur selten zu Gesicht bekommt, zumal er durch seine überwiegend dunkelbraune Gefiederfärbung bestens getarnt ist. Lediglich im Frühjahr und Sommer besitzt er einen rostroten Kehlfleck und einen hellen, gelblichgrünen Fleck am Schnabelwinkel. Im Winter weichen diese wenigen Farben einem einheitlichen, hellen Grau. Er gehört zur Familie der Lappentaucher, besitzt also keine Schwimmhäute zwischen den Zehen wie die Enten, sondern lappenartige Fortsätze entlang der Zehen.
Auf dem offenen Wasser ist er meist nur kurz zu sehen, ehe er zu manchmal lang anhaltenden Tauchgängen unter der Wasseroberfläche verschwindet. Dann herrscht Alarmstufe Rot für kleine Fische, aber auch für Libellenlarven, Schwimmkäfer, Kaulquappen und sonstige Kleinlebewesen eines Gewässers. Denn ihnen stellt der wendige Taucher nach, um sie blitzschnell mit seinem pinzettenartigen Schnabel zu packen, an die Oberfläche zu bringen und dort zu verschlucken. Im April beginnt die Balz, wobei der aufmerksame Beobachter den Zwergtaucher nicht übersehen, besser gesagt überhören kann. Denn dann lässt er fast ununterbrochen die typischen trillernden Laute hören, mit denen die Paare zusammenfinden und ein Revier markieren. Kommen sich zwei Paare zu nahe, führt das zu heftigen Kämpfen auf dem und auch unter Wasser und man sieht sie jetzt auch öfter kurze Strecken fliegen, um einen Reviereindringling schnell angreifen zu können.