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Ist auf Bienen angewiesen wie keine andere: die Weide

Weidenkätzchen (Foto: Herwig Winter)
Weidenkätzchen (Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Weidenkätzchen erfreuen sich als österlicher Schmuck großer Beliebtheit. Die weichen, flauschigen Blüten der Weide (Salix) gibt es bei allen rund 350 Weidenarten auf der Erde. Weide ist also eine Gattungsbezeichnung. Allen Arten gemeinsam ist jedoch die Vorliebe für einen eher feuchten Standort, so dass man sie bei uns meist am Rand von Gewässern findet. Weiches, aber nichtsdestotrotz zähes Holz zeichnet sie aus, weshalb die fingerdicken Äste auch heute noch zum Flechten von Korbware Verwendung finden.

Die Weidenkätzchen sind die Blüten, die in unseren Breiten nach dem Winter als erste fette Bienenweide zur Verfügung stehen, denn sie enthalten zahlreiche Nektardrüsen. Und Bienen sind die ersten Bestäuber, die zu dieser Zeit in größerer Zahl zur Verfügung stehen, denn während bei anderen staatenbildenden Insekten nur die Königinnen überwintern, hat ein mehr oder weniger großer Teil des Bienenvolks zusammen mit seiner Königin den Winter überstanden. Und die Weiden bedürfen der Bestäuber wie kaum eine andere Pflanze, denn die männlichen Blüten, die den Blütenstaub produzieren, wachsen getrennt von den weiblichen Blüten, die die Stempel beinhalten. Und nicht etwa nur an einer anderen Stelle am gleichen, sondern auf einem anderen Baum. Es gibt also Weidenmännchen und Weidenweibchen; die Weide ist, wie die Botaniker es ausdrücken, zweihäusig. Die sich nach der Bestäubung in den weiblichen Stempeln bildenden Samenkörner besitzen Flughaare; die Samen werden also mit dem Wind verbreitet.

Für die Imker stellen die Weiden ideale Bienenweiden dar, die ihren Lieblingen reichlich Nahrung bieten. Deshalb sehen Imker es auch nicht so gerne, wenn man Weidenzweige abschneidet, um damit den Ostertisch zu schmücken. Verboten ist das allerdings nicht und größeren Schaden richtet es in aller Regel auch nicht an. Denn Weiden sind unglaublich regenerationsfähig. Will man Weiden pflanzen, genügt es, ein paar Äste abzuschneiden und sie in den feuchten Boden zu stecken, wo sie schon nach kurzer Zeit Wurzeln schlagen. Auf diese Art und Weise werden Weiden auch bei Hochwasser natürlich verbreitet: Abgebrochene und weggespülte Bäume oder auch nur Äste wachsen dort, wo sie ans Ufer gespült werden, zu einem neuen Baum heran. Gleichzeitig tragen sie durch ihr dichtes Wurzelgeflecht zur natürlichen Ufersicherung bei.

Die Rinde der Weide enthält nicht nur Gerbstoffe, die in früheren Zeiten Verwendung zur Lederherstellung fanden, sondern auch Salicin. Tee aus getrockneter Weidenrinde trägt zur Schmerzlinderung bei, wirkt fiebersenkend und antirheumatisch. Kein Wunder, denn das Salicin wird im Körper des Menschen in Salicylsäure umgewandelt, welche auch heute noch den Grundstoff für Aspirin darstellt. Doch Salicylsäure wird mittlerweile nicht mehr aus Weiden gewonnen, sondern künstlich hergestellt.

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Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet werden. Andere Verwendungen müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden.

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