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Türme braucht er nicht unbedingt: Der Turmfalke

Turmfalke füttert Junges (Foto: Herwig Winter)
Turmfalke (Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist einer unserer kleinsten und neben dem Mäusebussard häufigsten Greifvögel. Die Männchen mit ihrem blaugrauen Kopf und Oberschwanzgefieder sind von den eher gleichförmig erdbraunen Weibchen gut zu unterscheiden.

Mit dem Mäusebussard gemeinsam hat er die Vorliebe für Kleinsäuger, vor allem Mäuse, als Beutetiere. Doch auch Eidechsen oder Kleinvögel stehen gelegentlich auf seiner Speisekarte. Den meisten Menschen fallen die Turmfalken vor allem bei ihrem Beuteflug auf, denn da stehen sie oft rüttelnd in der Luft ein paar Meter über dem Boden, um sich, sobald sie ein Opfer erspäht haben, blitzartig herabzustürzen und mit ihren spitzen Krallen zuzupacken. Den energieaufwendigen Rüttelflug spart sich der Turmfalke immer dann, wenn er gute Ansitzplätze auf einer erhöhten Warte findet. Wer also Probleme mit Wühlmäusen im Garten, auf dem Acker oder im Weinberg hat, tut gut daran, solche Sitzwarten zur Verfügung zu stellen.

Wohngemeinschaft mit der Schleiereule

Turmfalke und Schleiereule in Wohngemeinschaft (Foto: Herwig Winter)
Turmfalke und Schleiereule in Wohngemeinschaft (Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Als Nistplatz nutzen Turmfalken die Nester beispielsweise von Rabenvögeln ebenso wie Mauernischen hoch oben in Kirchtürmen, was ihnen den Namen eingebracht hat. Gerne nehmen sie dabei Nisthilfen in Anspruch und verschmähen auch nicht die Wohngemeinschaft mit der die gleichen Niststandorte nutzenden Schleiereule. In ein und demselben Nistkasten findet man dann hin und wieder die Jungvögel beider Arten. Ins Gehege kommen sie sich deshalb nicht, weil die Eulen nacht- und die Falken tagaktiv sind. Die Schleiereule beginnt mit ihrer Nachtschicht meist erst in der späten Dämmerung, wenn der Turmfalke sein Tagwerk längst beendet hat. Umgekehrt hat sich die Eule bei Sonnenaufgang schon wieder zur Ruhe begeben, wenn der Falke erneut auf die Jagd geht.

Fällt auch selbst Greifvögeln zum Opfer

Die Eiablage erfolgt meist Mitte April, das Gelege besteht aus drei bis sechs Eiern. Der etwa vierwöchigen Brut folgt eine Aufzuchtzeit von weiteren vier Wochen, dann sind die jungen Turmfalken flügge und gehen selbst auf Beutefang. Wenn die Jungen noch klein sind, werden sie ausschließlich vom Weibchen gefüttert, das die Beute mit dem Schnabel zerkleinert und gleichmäßig unter dem Nachwuchs verteilt. Älteren Nestlingen wird dann aber die Beute als Ganzes übergeben, so dass die Jungen oft in Streit darüber geraten und bei schlechter Beuteversorgung immer wieder die Schwächsten auf der Strecke bleiben.

Feinde des Turmfalken sind insbesondere Steinmarder, die sich an den Eiern oder Jungvögeln vergreifen. Den Altvögeln kann schon einmal zum Verhängnis werden, dass sie mit ihrem auffälligen Rüttelflug dem Habicht oder Wanderfalken ins Auge stechen. Die Weibchen dieser beiden Greifvogelarten sind fast doppelt so groß wie der Turmfalke und Spezialisten für die Jagd auf Vögel im Flug.

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Hinweis zur Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet werden. Andere Verwendungen müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden.

Beim BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein finden Sie eine Bauanleitung für eine Turmfalken-Nisthilfe – allerdings sollten Sie unbedingt die Hinweise zur Anbringung beachten. Sie finden dort auch Nisthilfenbauanleitungen für andere Vogelarten.
Interessant ist auch die „Broschüre Wärmesanierung und Artenschutz an Gebäuden”. Sie finden Sie auf unserer Seite zu mehr Natur in der Stadt.

Jetzt Online-Formular ausfüllen und BUND-Mitglied werden! (Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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