In Extremfällen, wenn der Winter besonders lange währt, bringt es der Siebenschläfer (Glis glis) auf bis zu sieben Monate Dauerschlaf. Das führte zu seinem Namen und ist nur deshalb möglich, weil er im Spätsommer und Herbst ununterbrochen dafür sorgt, dass sich sein Körpergewicht von zwischen 80 und 120 Gramm nahezu verdoppelt. Eicheln, Nüsse, Kastanien und auch Beeren und Obst stehen auf seinem Speisezettel. Von der dicken Fettschicht kann er während des Winterschlafs, den er meist in Erdlöchern an frostgeschützten Stellen verbringt, die ganze Zeit zehren. 5 bis 10 lautet die einfache Formel; sie gilt für die Körpertemperatur in Grad Celsius und für die Herzschläge pro Minute in der Zeit des Winterschlafs. Wenn er dann Ende April, Anfang Mai schließlich erwacht, ist er nicht nur abgemagert, sondern auch liebeshungrig. Denn es bleibt ihm nicht viel Zeit für Fortpflanzung und Jungenaufzucht. Letztere findet in der Regel in alten Spechthöhlen, sonstigen Baumhöhlen oder auch Nistkästen statt, wo die 4 bis 6 Jungen nach einer 30 Tage währenden Tragzeit zur Welt kommen, um dann rund drei Wochen lang gesäugt zu werden.
Der Siebenschläfer kann, obwohl manchmal etwas plump wirkend, ausgezeichnet klettern. Wenn man das dämmerungs- und nachtaktive Tier einmal zu Gesicht bekommt, dann gewinnt man nicht zuletzt wegen des langen, buschigen Schwanzes den Eindruck, ein graues Eichhörnchen vor sich zu haben. Doch ist der Siebenschläfer deutlich kleiner und bewegt sich im Geäst der Bäume weniger behände. Seine großen Augen ebenso wie seine bis zu 6 cm langen Schnurrhaare ermöglichen ihm die Orientierung in der Dunkelheit.