Im Gegensatz zu den Hunden als Abkömmlingen der rudelbildenden Wölfe ist der Fuchs ein Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit im Januar und Februar finden die Partner zusammen. Im Zentrum seines bis zu 20 km2 umfassenden Reviers hat der Fuchs einen Bau gegraben, der neben dem Haupteingang immer auch Fluchtausgänge besitzt. Dort kommen meist im Mai die anfangs noch blinden Jungen mit wolligem, graubraunem Fell zur Welt und werden vom Weibchen vier bis sechs Wochen lang gesäugt. Danach verlassen sie erstmals den Bau und besitzen zu diesem Zeitpunkt bereits das fuchstypische, rötlichbraune Fell. Sie werden nun von beiden Eltern noch etwa drei Monate lang mit Nahrung versorgt. Danach ziehen sie, bis sie etwa ein Jahr alt sind, mit ihrer Mutter gemeinsam umher auf der Suche nach Nahrung. Geschlechtsreif werden sie nach rund 10 Monaten.
Feinde haben die Füchse außer dem Menschen nur wenige. Im Gebirge stellt ihnen der Steinadler nach, ansonsten wird wohl so manch unvorsichtiger Jungfuchs das Opfer des Uhus, der sich mittlerweile überall in den deutschen Mittelgebirgen wieder ausbreitet. Die hohe Reproduktionsrate gepaart mit einer Lebenserwartung von bis zu zwölf Jahren hat dazu beigetragen, dass selbst Vernichtungsfeldzüge, die der Mensch vor allem in den 1970er Jahren durch Jagd und Vergasung der Bauten zur Tollwutbekämpfung gegen den Fuchs geführt hat, seine Population nicht ernsthaft bedrohen konnten.
In Märchen und Fabeln ist der Fuchs stets der Listige und Verschlagene, der beispielsweise dem Raben durch heuchlerisches Schmeicheln den Käse abspenstig macht. In Wirklichkeit dürfte das eher umgekehrt sein, denn mit der Intelligenz von Rabenvögeln kann sich ein Fuchs nicht messen. Was ihm zugute kommt und ihm seinen Ruf als Schlaumeier eingebracht hat, ist seine Vorsicht, was ihn für die meisten Menschen nahezu unsichtbar macht.