Die Schwarze Röhrenspinne (Eresus cinnaberinus) ist ein Bewohner auf Sandböden lichter Wälder in warmen Regionen. Der Hinterkörper der Männchen hat nicht nur in etwa die Größe, sondern auch ziemlich genau die Färbung eines Marienkäfers. Wird die Spinne beispielsweise von einem Singvogel angegriffen, geht sie in Verteidigungshaltung, indem sie ihre Zangen aufspreizt und den Hinterkörper nach oben richtet. Hat dieser Singvogel, was sehr wahrscheinlich ist, schon einmal in seinem Leben Bekanntschaft mit einem Marienkäfer gemacht, dann weiß er um den äußerst üblen Geschmack rot gefärbter Krabbeltiere mit schwarzen Punkten. Das dürfte männlichen Röhrenspinnen, die im Gegensatz zu den Weibchen ihre Wohnröhren zur Partnersuche verlassen, schon des öfteren das Leben gerettet haben.
Röhrenspinnen leben meist kolonieweise in bis zu 10 cm tiefen Erdröhren, die mit bräunlicher Spinnseide ausgekleidet werden. Über dem Eingang bauen sie ein schirmartiges Gespinstdach auf, von wo aus in alle Richtungen bläulich schimmernde Fangfäden zu Steinen und bodennahen Pflanzenteilen gespannt sind. In ihnen verfangen sich kleine am Boden laufende Insekten und Spinnen.