Der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) hat seinen Namen zum einen wegen seiner Blätter, die Kleeblättern ähneln, aber viel größer sind. Doch er gehört wie beispielsweise auch die Seekanne zur Familie der Fieberkleegewächse und nicht zu den Schmetterlingsblütlern wie der Klee. Zum anderen wurde er in der Vergangenheit als Fieber senkende Arznei eingesetzt. Doch Fieber senken kann er nach heute vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen gar nicht. Mag sein, dass man der Pflanze diese Wirkung zuschrieb aufgrund der zahlreichen Bitterstoffe, die sie beinhaltet und die appetitanregend und verdauungsfördernd sind. Man hat sie deshalb zur Herstellung bitterer Kräuterliköre ebenso verwendet wie als Hopfenersatz. Gewonnen werden die Inhaltsstoffe aus den getrockneten Blüten. Sie stehen in traubigen Ständen aus weißen bis rosafarbenen, kleinen Blüten, deren Kronblätter die charakteristischen, bartartigen Auswüchse aufweisen.
Die 15 bis 30 cm hohe Pflanze blüht von Ende April bis Anfang Juli, aber niemals auf einer normalen Wiese, sondern stets auf sehr feuchtem bis dauernassem Untergrund in kalkarmer Umgebung. An diesen Standort ist der Fieberklee optimal angepasst mit hohlen Stängeln, die der Versorgung der unter Wasser befindlichen Pflanzenteile mit Sauerstoff dienen und mit einem hohen Gehalt an Gerbstoffen, die vor Fäulnis schützen. Fingerdicke und unter der Oberfläche wachsende Erdsprosse (Rhizome) tragen zur Verbreitung des Fieberklees bei. Sie dienen aber auch der Speicherung von Nährstoffen und ermöglichen die Überwinterung, denn bis auf die Rhizome stirbt die Pflanze nach der Blütezeit ab. Aber auch durch Samen verbreitet sich der Fieberklee. Sie entstehen als braunglänzende, rundliche Gebilde in Kapseln, die nach der Reifung aufspringen. Die herausfallenden Samen werden durch das in der Umgebung reichlich vorhanden Wasser transportiert.
Die Bestände des Fieberklees sind europaweit stark gefährdet vor allem durch Lebensraumverlust. Entwässerung von Feuchtwiesen und Verlandungszonen entlang der Fließgewässer sowie deren Ausbau haben vielerorts zum Verschwinden der Art geführt. Deshalb steht der Fieberklee mittlerweile auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten und ist auch in Hessen streng geschützt.