Seinem Namen wird er durchaus gerecht; Bienen stehen auf seinem Speisezettel genauso wie Hummeln, Wespen, Hornissen, Libellen und andere Großinsekten, die er stets im Flug erbeutet. Dafür ist er mit seinem langen, leicht gebogenen Pinzettenschnabel bestens ausgerüstet, denn ein Großteil seiner Beute ist wehrhaft. Deshalb fliegt er, nachdem er ein Insekt gepackt hat, zunächst zu einer in der Nähe gelegenen Sitzwarte, beispielsweise zu einem Ast. Dort wird das gefangene Insekt mit kräftigen Hieben auf die Unterlage getötet, wobei sich die Giftdrüse der Stacheln entleert, woraufhin die Beute verschluckt oder an die Jungen verfüttert werden kann.
Seine Beute ebenso wie seine Jagdmethode erfordern offenes Gelände mit eingestreuten Bäumen, Sträuchern und Heckenzügen, wobei er auch gerne über der Erde liegende Strom- und Telefonleitungen als Sitzwarte benutzt. Feinde wie Greifvögel muss der erwachsene Bienenfresser kaum fürchten, denn er ist, das macht schon seine Art der Insektenjagd notwendig, ein äußerst gewandter Flieger. Aber die Jungen in der Brutröhre werden oft zur Beute von Mardern und Wieseln. In den Mittelmeerländern droht ihm Ungemach auch nach wie vor von Seiten des Menschen, denn Imker sind von seiner Gegenwart wenig begeistert und zerstören dann gerne die ihnen bekannten Bruten in der Nähe der Bienenstöcke.