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Beim Klimawandel auf der Gewinnerseite: der Bienenfresser

Bienenfresser mit erbeuteter Hummel (Foto: Herwig Winter)
Bienenfresser mit erbeuteter Hummel
(Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist ein ausgesprochen farbenprächtiger, etwa amselgroßer Vogel. Bauch, Schwung- und Schwanzfedern sind irisierend blaugrün, die Oberseite weist einen Wechsel von kastanienbraun und gelb auf. Die leuchtend gelbe Kehle ist vom kastanienbraunen Scheitel durch ein schwarzes Augenband getrennt. Dazu passend, aber nur aus der Nähe mit einem guten Fernglas erkennbar, die dunkelrote Färbung der Iris. Schon von weitem und auch im Flug auffallend sind die zu Schwanzspießen verlängerten beiden mittleren Schwanzfedern.

Ein Tropenvogel in Hessen

Der Bienenfresser erinnert eher an einen Tropenvogel. Dort sind auch seine Verwandten in großer Artenzahl zuhause. Er jedoch ist der einzige aus der Familie der Spinte, der den europäischen Kontinent besiedelt. Aber die Subtropen und vor allem die afrikanischen Steppen stecken ihm im Blut, weshalb sein Hauptverbreitungsgebiet südlich der Alpen im Mittelmeerraum liegt. Der Bienenfresser gehört zu den Arten, die vom Klimawandel profitieren. Deshalb trifft man ihn in den letzten beiden Jahrzehnten vermehrt auch in Deutschland an, wo er an manchen Stellen sogar schon in für ihn typischen kleinen Brutkolonien auftritt. Dafür benötigt er steile Löss- oder Lehmwände, in die er seine über einen Meter langen Brutröhren gräbt, an deren Ende sich ein etwa fußballgroßer Brutkessel befindet.

In der Regel erst Mitte Mai kehrt er aus seinem Winterquartier in Afrika zurück. Die Brutdauer beträgt rund drei Wochen, die Jungenaufzucht danach noch einmal so lange, so dass eine Zweitbrut rein zeitlich nicht möglich ist, zumal der Bienenfresser als einer der ersten Zugvögel Europa wieder verlässt, meist schon Anfang September.

Bienenfresser im Flug (Foto: Herwig Winter)
Bienenfresser im Flug (Foto: Herwig Winter) XXL-Ansicht

Nicht nur Bienen auf dem Speisezettel

Seinem Namen wird er durchaus gerecht; Bienen stehen auf seinem Speisezettel genauso wie Hummeln, Wespen, Hornissen, Libellen und andere Großinsekten, die er stets im Flug erbeutet. Dafür ist er mit seinem langen, leicht gebogenen Pinzettenschnabel bestens ausgerüstet, denn ein Großteil seiner Beute ist wehrhaft. Deshalb fliegt er, nachdem er ein Insekt gepackt hat, zunächst zu einer in der Nähe gelegenen Sitzwarte, beispielsweise zu einem Ast. Dort wird das gefangene Insekt mit kräftigen Hieben auf die Unterlage getötet, wobei sich die Giftdrüse der Stacheln entleert, woraufhin die Beute verschluckt oder an die Jungen verfüttert werden kann.

Jäger und Gejagter

Seine Beute ebenso wie seine Jagdmethode erfordern offenes Gelände mit eingestreuten Bäumen, Sträuchern und Heckenzügen, wobei er auch gerne über der Erde liegende Strom- und Telefonleitungen als Sitzwarte benutzt. Feinde wie Greifvögel muss der erwachsene Bienenfresser kaum fürchten, denn er ist, das macht schon seine Art der Insektenjagd notwendig, ein äußerst gewandter Flieger. Aber die Jungen in der Brutröhre werden oft zur Beute von Mardern und Wieseln. In den Mittelmeerländern droht ihm Ungemach auch nach wie vor von Seiten des Menschen, denn Imker sind von seiner Gegenwart wenig begeistert und zerstören dann gerne die ihnen bekannten Bruten in der Nähe der Bienenstöcke.

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Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet werden. Andere Verwendungen müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden.

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