Wahrscheinlich ist die Amsel die am besten be- und gekannte Vogelart in Deutschland. Denn das einfarbig schwarz gefärbte Männchen, bei dem nur der Schnabel und ein Ring ums Auge orangefarben leuchtet, ist unverkennbar. Das graubraune Weibchen, das auf der etwas helleren Brust mehr oder weniger intensive dunkle Flecken hat, wird schon eher einmal für eine Drossel gehalten, was insofern nicht ganz falsch ist, als die Amsel zur Familie der Drosseln gehört und mancherorts auch Schwarzdrossel heißt. Bereits im zeitigen Frühjahr beginnt das Amselmännchen ein Revier abzugrenzen, welches mit dem allseits bekannten, melodiösen Gesang markiert wird. Da Amseln zu den Frühaufstehern gehören, ist manch ein menschlicher Langschläfer aber auch schon einmal genervt, wenn der Vogel sein laut flötendes Lied ununterbrochen vorm Schlafzimmerfenster ertönen lässt. Doch das gehört eben zum Fortpflanzungsgeschäft der Singvögel. Auch hier profitiert die Amsel von ihrem Dasein als Kulturfolger. Drei Bruten pro Jahr sind mittlerweile die Regel, besonders fleißige Paare schaffen auch noch mehr, was allerdings sehr witterungsabhängig ist.