Der Ameisenlöwe straft das Sprichwort Lügen, demzufolge derjenige, der andern eine Grube gräbt, selbst hineinfällt. Er sitzt nämlich schon längst am Grund seiner Fallgrube im Sand eingegraben und wartet darauf, dass vorbeilaufende Kleintiere, vor allem Ameisen, hineinfallen, um dann sofort mit seinen zu Zangen umgebildeten Mundwerkzeugen zuzupacken. Auch Tiere, die weit größer sind als er selbst mit seiner Gesamtkörperlänge meist unter einem Zentimeter, haben kaum eine Chance, sich seinem Zangengriff noch einmal zu entwinden. Im Gegenteil, je mehr sie zappeln, desto stärker werden sie von in die Fallgrube nachrutschenden Sandkörnchen bedeckt. Der im Fangtrichter eingegrabene Ameisenlöwe ist aufgrund seiner nach vorne gerichteten Haarbüschel am Körper fest verankert und das Gift, das er in sein Opfer einspritzt, wirkt schnell. So wie er das Gift über seine Zangen einspritzt, so saugt er auch seine Opfer aus, um anschließend die leere Hülle mit einer ruckartigen Kopfbewegung aus der Grube hinauszuwerfen. Hat er beim ersten Zupacken sein Opfer verfehlt und droht es ihm aus der Fallgrube zu entkommen, schleudert er mit der gleichen ruckartigen Kopfbewegung dem Flüchtling Sandkörnchen hinterher, die ihn unweigerlich wieder in die Tiefe reißen.