Der Kellerwald

Schild Nationalpark Kellerwald–Edersee (Foto: Niko Martin)

Hier erfahren Sie mehr über den Nationalpark – wie er im Buche steht.

Unter der Buchennationalpark erfahren Sie mehr über die Rotbuche.

Unter Tiere im Nationalpark erfahren Sie mehr über den Grauspecht.

Darüberhinaus können Sie unsere Flyer downloaden.

Ein Nationalpark – wie er im Buche steht.

Was wird aus dem Kellerwald?

Kellerwald

Naturliebhaber geraten ins Schwärmen, und Naturschützer bekommen funkelnde Augen, wenn von ihm die Rede ist: dem Kellerwald - einem über 5742 ha grossen zusammenhängenden Buchenwaldgebiet in Nordhessen zwischen Edersee, Bad Wildungen und Frankenberg.
Besonders ein Thema bewegt die Menschen des Waldecker Landes schon seit vielen Jahren: Soll aus dem Kellerwald ein Nationalpark werden oder nicht? Fest steht: Die Antwort auf diese Frage entscheidet über die Zukunft dieses einmaligen Naturraums und seiner Region.

Wildkatze

Der Kellerwald – ein europäischer Naturschatz.

Wer ihn kennt, weiss es, wer ihn besucht, spürt es: Der Kellerwald ist etwas besonderes. Dies ist für Experten und Laien, für Touristen und die Menschen vor Ort keine Frage. Fast nirgendwo mehr in Europa gibt es einen Buchenwald mit einem solch alten Baumbestand. Fast jede dritte Buche des Kellerwaldes ist älter als 140 Jahre und manche von ihnen sogar über 300 Jahre. Zu verdanken haben wir dies vor allem der jagenden Zunft, die einst in der nordhessischen Region ein begehrtes Wildrevier fand und es so vor starker forstwirtschaftlicher Nutzung bewahrte.

Schwarzstroch

Ein Glückstreffer für den Wald! Denn es ist eine herausragende Eigenschaft alter Buchenwälder, dass ihre Vielfalt an Tieren und Pflanzen, die jüngerer Wälder um das dreifache übersteigt. So entstand schließlich das Waldparadies Kellerwald in dem u.a. vom Aussterben bedrohte Tiere wie die Wildkatze und der Schwarzstorch, der Kolkrabe und der Schwarzspecht zuhause sind, in denen gefährdete Pflanzen wie Knabenkraut, Aronstab und Pfingstnelke ihre seltenen Blüten treiben. Und Last but not least: In dem Abertausende von Insekten, Moosen, Gewächsen und Kleinstlebewesen ihren Lebensraum finden. So verwundert es nicht, dass im Jahre 2000 der Kellerwald wegen seines außergewöhnlichen Artenreichtums von der EU in das hochkarätige internationale Schutzgebietsnetz NATURA 2000 aufgenommen wurde.

Warum Nationalpark?

Buchen im Sommer
Buchen im Sommer

Es gibt viele wertvolle Naturräume, oft werden sie unter Naturschutz gestellt oder man strebt an, sie schonend zu bewirtschaften. Zusammenhängende Buchenwälder gibt es jedoch in Europa nur noch ganz, ganz selten. Deswegen ist der Kellerwald für einen Nationalpark geradezu prädestiniert. Als Nationalpark wird er zu einem international anerkanntem Schutzgebiet von höchstem Rang. Es unterstreicht seinen hohen Wert und seine außerordentliche Bedeutung.In einem Nationalpark soll der Wald seiner natürlichen Entwicklung überlassen werden. Keine lenkenden Eingriffe, keine Rodungen, keinen Holzeinschlag.

Hirschkäfer

Die Bäume wachsen, leben und sterben wie es in ihre Natur liegt, die Tiere und Pflanzen können sich völlig frei entfalten. Und der Mensch? Der ist willkommen! Als Besucher, Naturfreund, Forscher oder als Erholungssuchender.

Im Nationalpark gilt: Zutritt erwünscht!

Herbstwald

Es wird Zeit mit einem der grossen Missverständnisse endgültig aufzuräumen. Denn es ist ein ausdrückliches Ziel der Nationalparks, dass Menschen die unberührte und freie Natur erleben und somit ein tieferes Verständnis von den Abläufen dieser urwüchsigen Lebensräume bekommen. Denn wo, wenn nicht hier, kann man noch die Schönheit und die Wunder der Natur so unmittelbar und authentisch erfahren, wo ihren unbezahlbaren Wert schätzen lernen, wenn nicht in einen Nationalpark?Natürlich gelten auch hier gewisse Spielregeln, denn besonders gefährdete Tiere benötigen - und das sieht jeder ein- ungestörte Rückzugsgebiete. Aber sonst gilt ausdrücklich: Zutritt erwünscht! Und um auch letzte Bedenken zu zerstreuen: Außerhalb der Nationalparkfläche gibt es selbstverständlich weder zusätzliche Verbote noch Einschränkungen.

Ein Urwald im Herzen Deutschlands.

Uhu

Stellen Sie sich bloß vor: ein Urwald mitten in Deutschland. Wer wird da nicht neugierig, wer will das nicht sehen, erleben, erkunden?
Welch großartige wirtschaftliche Chancen ein Nationalpark Kellerwald für den Tourismus des Waldecker Landes haben würde, läßt sich bisher nur erahnen. Denn einher mit allen modernen technischen Entwicklungen geht die Sehnsucht nach dem besonderen Naturerlebnis, nach unverbrauchter Luft, klarem Wasser, nach unberührter Natur, Ruhe und Stille. All das, was man im Trubel des städtischen Treibens nicht mehr findet. All das, was ein Nationalpark Kellerwald und seine Umgebung zu bieten hat.
Berühmte Beispiele wie der Bayerische Wald zeigen, dass die Auszeichnung Nationalpark für den Tourismus und die regionale Wirtschaft sehr positive Auswirkungen hat. So haben sich die Übernachtungszahlen dort in den letzten dreißig Jahren verzehnfacht. Der Nationalpark Kellerwald als einziger Urwald im Herzen Deutschlands ist also auch in diesem Sinne eine wirkliche Attraktion.

Totholz ist Lebensraum:

Totholz

Was da alles kreuz und quer herumliegt ...

Ein Wald, den man sich selbst überläßt, hat seine eigene Ordnung und das, was da kreuz und quer herumliegt, alte Baumstämme, Gestrüpp und Wurzeln nennt der Fachmann Totholz. Totholz ist im Wald der wichtigste Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen. Vom Schwarzspecht, der in den abgestorbenen Stämmen seine Nahrung sucht, über die Wildkatze, die in alten Wurzeln Unterschlupf findet bis hin zu einer Fülle an seltenen Insekten, Moosen, Pilzen und Kleinstlebewesen. Ohne Totholz gäbe es in einem Wald kaum Leben. Im Kellerwald ist der Anteil des Totholzes besonders gross, und deshalb ist er so artenreich.

Der Kellerwald – ein Nationalpark wie er im Buche steht.

Hohltaube

Der Mensch braucht die Natur und manchmal braucht die Natur auch den Menschen. Einmalige Naturschätze wie der Kellerwald müssen erhalten werden – als Naturdenkmal, als Lebensraum, als Erholungsort. Das sind wir uns und zukünftigen Generationen schuldig. Wir, der BUND und der NABU, sind neben vielen anderen Naturschutzexperten und Naturfreunden der festen Überzeugung, dass der Kellerwald ein Nationalpark ist wie er im Buche steht!