Die Frankfurter Mauersegler-Initiative: Dachwohnung gesucht!

Unter dem Motto „Dachwohnung gesucht!“ haben sich Freunde und Freundinnen aus dem  BUND und dem  NABU im Jahre 2003, zur „Frankfurter-Segler-Initiative“ zusammen gefunden. Mit unterstützt von der Vogelschutzwarte, der Zoologischen Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e.V.

2003 war der Mauersegler „Vogel des Jahres“. Wir wollten aber längerfristig etwas für die Segler tun:

Die Erfassung der Nistplätze in der Stadt, der Erhalt und die Schaffung neuer Nistplätze ist unser Ziel.

Nicht zuletzt aus Umweltgründen (Klimaschutz), stehen viele Gebäude zur Sanierung an. Das ist gut so. Doch leider werden dabei viele, altangestammte Nistplätze, oft unwissend, zugemacht und die Mauersegler bleiben draußen „vor der Tür“.

Projekt und Hintergründe

Die Altbauviertel unserer Städte bieten dem ehemaligen Bewohner von Felsspalten und Baumhöhlen wichtige Brutgebiete. Die Nester befinden sich häufig im Bereich der Dachtraufe, hinter Fallrohren und Stuckornamenten, in unbenutzten Rollladenkästen, hinter Lüftungsöffnungen und Fugen bei Plattenbauten. Allen Brutplätzen gemeinsam ist eine gewisse Höhe, die freien Anflug und Platz für den Start aus freiem Fall gewährleistet.

Mauersegler sind durch das Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig geschützt. Auch ihre Nistplätze stehen unter Schutz und dürfen nicht zerstört werden, die Brut darf nicht gefährdet werden. Trotz dieses Schutzes ist bundesweit ein zum Teil dramatische Rückgang dieser sympathischen Untermieter zu beobachten. Grund für diesen Rückgang sind notwendige Bausanierungen, oft in Verbindung mit Maßnahmen zur Wärmedämmung. Dabei werden innerhalb kurzer Zeit häufig alle Nistplätze der geselligen Koloniebrüter "zugeklebt". Bei Baumaßnahmen während der Brutzeit werden die fütternden Altvögel durch Gerüste und Netze ausgesperrt, so dass die Nestlinge verhungern müssen.

Mauersegler beweisen eine ausgesprochene Brutorttreue. Es ist keine Seltenheit, dass ein Vogelpaar über 15 Jahre am selben Ort brütet. Dies ist ein Grund dafür, dass Hilfs- und Schutzmaßnahmen dringend erforderlich sind, wenn wir den Mauersegler auch weiterhin als Sommerbote in unseren Städten behalten wollen. Ein wichtiger Schritt zum Schutz ist die Kenntnis von bestehenden Niststätten. Daher haben BUND, NABU und die Deutsche Gesellschaft für Mauersegler in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Vogelschutzwarte, der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und dem Frankfurter Umweltamt die Segler-Initiative gegründet. Unsere Bitte:

Melden Sie uns Nistplätze von Mauerseglern!

Wir kartieren die gemeldeten Nester, machen Vorortbesichtigungen und Bestandsaufnahmen und geben Ratschläge für den langfristigen Erhalt und Schutz der Nistplätze.

Das können Sie tun… und weitere Informationen

…damit Mauersegler hier und in Afrika fliegen! Foto: Mauersegler in Tunesien, Sergey Yeliseev
…damit Mauersegler hier und in Afrika fliegen! Foto: Mauersegler in Tunesien, Sergey Yeliseev

Informieren

Laden Sie sich das Faltblatt „Gesucht: Dachwohnung für Luftikusse!“ (pdf; 2,1 MB!) runter.

Weitere Auskünfte zur „Frankfurter-Segler-Initiative“ erhalten Sie auf der Internetseite des BUND Frankfurt. Dort finden Sie auch den Jahresbericht der Initiative.

Der BUND Bundesverband hat kurze Informationen und Links zusammengestellt.

Nisthilfen bauen

Beim BUND Orstverband Darmstadt und beim BUND Regionalverband Südlicher-Oberrhein (Baden-Württemberg) erhalten Sie Bauanleitungen und Hinweise zu Nisthilfen.