Schmetterlinge in Gefahr

Schmetterlinge sind ein Teil des ökologischen Netzes und erfüllen vielfältige Funktionen. Nach den Bienen sind sie die wichtigsten Blumenbestäuber. Mit ihrem langen Rüssel kommen sie auch in tiefe Blütenkelche. Als Eier, Raupen und Falter sind sie Nahrung für Vögel, Fledermäuse, Käfer und viele andere.

Zitronenfalter (Foto: Angelika Wolter / pixelio.de)
Zitronenfalter (Foto: Angelika Wolter / pixelio.de)

Schmetterlinge gelten als „Bioindikatoren”: Sie reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen in der Landschaft. Verschwinden Schmetterlinge aus einem Gebiet, ist dies ein Warnsignal dass sich der Lebensraum verändert. Und davon sind auch viele andere Arten betroffen.

Was gefährdet unsere Falter?

Fast 80% unserer Tagfalter stehen auf der Roten Liste bedrohter Arten (Kurzpapier zur Berechnung; pdf, 60 KB). Die Bestände gehen teilweise dramatisch zurück, weil ihre Lebensräume verändert oder zerstört werden.

Schuld daran sind vor allem der Wandel und die Intensivierung der Landnutzung. Es wird eng für die bunten Falter, wenn Straßen, Städte und Gewerbegebiete immer mehr Freiflächen verdrängen. Andere Falterlebensräume verschwinden weil alte Nutzungsformen von Wiesen, Heiden und Wäldern aufgegeben werden. Neue Hochleistungsäcker aus Raps oder Mais und dichte Fichtenmonokulturen werden von nahezu allen Schmetterlingen gemieden. Fehlende Randstreifen und ein hoher Pestizideinsatz lassen keinen Platz für Blütenpflanzen und ihre Bewohner. Besonders betroffen sind Arten der speziellen Lebensräume: Feuchtwiesen, Moore und Magerrasen werden durch Trockenlegung und den Nährstoffeintrag aus Düngemitteln und Abgasen zerstört.

Was können wir dagegen tun?

Lilagold-Feuerfalter wird von einem Kind beobachtet (Fotomontage: Deepen-Wieczorek / piclease)
Lilagold-Feuerfalter wird von einem Kind beobachtet (Fotomontage: Deepen-Wieczorek / piclease)

Um Schmetterlinge zu schützen, müssen wir den Verlust ihrer Lebensräume stoppen. Dafür ist ein Umstieg auf eine naturverträgliche Landnutzung nötig die wieder Platz für Blütenpflanzen und ihre Bewohner schafft.

Vorhandene Restlebensräume dürfen nicht weiter verbaut werden. Stattdessen sollen sie durch Trittsteine wie Hecken und Feldraine vernetzt werden. Offenlandflächen müssen durch extensive Nutzung erhalten und neu geschaffen werden. Lebensräume besonders seltener Arten dürfen nicht durch  Entwässerung und Torfabbau zerstört werden. Das Anlegen von Brachen und Randstreifen und der Verzicht auf Pestizide und Dünger bringen blühende Wiesen zurück. Durch die Aussaat heimischer  Blütenpflanzen in Gärten und Parks entstehen sogar in der Stadt neue Lebensräume.

Damit helfen wir auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten, die sich ihren Lebensraum mit den Faltern teilen. Schmetterlingsschutz ist darum Ökosystemschutz.



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