ausgezeichnete Naturschutzarbeit des BUND Hessen

„Ehrenurkunde des Hesssischen Umweltministeriums für Verdienste im Naturschutz“
„Ehrenurkunde des Hesssischen Umweltministeriums für Verdienste im Naturschutz“

Dem BUND Hessen wurde als erstem Naturschutz­verband die „Ehrenurkunde des Hesssischen Umweltministeriums für Verdienste im Naturschutz“ verliehen. Die Preisverleihung fand am „Tag des Ehrenamtes“ am 18. Februar 2011 im Beisein zahlreicher Gäste in der Hessischen Naturschutz­akademie in Wetzlar statt. Der Frankfurter Rundschau griff die Ehrung am 21.02.2011 unter der Überschrift „Regierung zeichnet Widersacher BUND aus“ auf und schrieb:

„BUND-Vorstandssprecher Jörg Nitsch hielt sich auch bei der Preisverleihung nicht mit Kritik zurück. Nitsch sagte, er sehe in der Auszeichnung „ein Stück Wiedergutmachung für die oft sehr einseitige Sicht der Landesregierung und der sie tragenden Fraktionen auf den bewusst immer wieder kämpferisch auftretenden BUND“. Seine Organisation habe sich schließlich „auch gegen starke Gegner wie die Befürworter der Atomkraft und der Gentechnik in der Landwirtschaft oder den wiederholten Ausbau des Frankfurter Flughafens“ gestellt.“

Meilensteine der Naturschutzarbeit des BUND Hessen waren u.a.

  • Pestizideinsatz
    • 1983 erließ der Hessische Umweltminister Schneider auf Anregung des BUND das Verbot zum Pestizideinsatz auf unbebauten Grundstücken.
  • Laubwald-Nationalpark in Hessen
    • 11.06.86: Als erster Naturschutzverband in deutschland erhebt der BUND Hessen die Forderung nach einem Nationalpark zum Schutz des Buchen-Laubwaldökosystem und präsentiert Umweltminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) den „Nationalparkvorschlag für Hessen“. Am 18.07.86 begrüßt Ministerpräsident Holger Börner die Idee, doch erst …
    • 14 Jahre später, am 1. Januar 2004, wird der Nationalpark Kellerwald-Edersee endlich gegründet.
  • Biosphärenreservat Rhön
    • Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze unterstützt der BUND Hessen die Gründung des Biosphärenreservates als regionales Entwicklungsprojekt mit einem Schwerpunkt im Naturschutz. Bereits 1991 kaufte der BUND Hessen eine Rinderherde und verpachtete sie zu einem symbolischen Preis an die „Landschaftspflege und Agrarhöfe“ in Kaltensundheim, die sich so nach der Wende wirtschaftlich stabilisieren und auf die neue Aufgabe in der Landschaftspflege im Biosphärenreservat ausrichten konnte.  
    • 1997 startete der BUND Hessen sein Rhönschafprojekt und bringt das Charaktertier der Rhön in die Rhön zurück: Nach einem Hinweis der Biosphärenreservatsverwaltung wird eine Herdbuchherde erworben, die bis heute vom Schäfer Dietmar Weckbach zur Landschaftspflege  eingesetzt wird.
    • 1996 erscheint das „Querschnittsorientierte Naturschutzkonzept für die landwirtschaftlichen Flächen …“ in der Hochrhön und 2010 das Konzept zur Beseitigung des Defizits an Kernzonen-Flächen. Beide Arbeiten wurden vom Vorsitzenden des BUND Kreisverbandes Fulda Joachim Schleicher in Abstimmung mit dem Landesverband erstellt und beeinflussen maßgeblich die Rahmenbedingungen des Naturschutzes im hessischen Teil des Biosphärenreservates.    
  • Kühkopf-Knoblochsaue
    • 1994: Der BUND startet eine Unterschriftenaktion gegen die Umwandlung in einen Hochwasserpolder. Im Sommer 1994 sichert der damalige Naturschutzminister Jörg Jordan zu, dass es mit ihm keine solche Umwandlung geben wird.
    • 1998: Der BUND Hessen setzt durch, dass die Holznutzung in der Novelle der Schutzverordnung dauerhaft untersagt wird.
  • Renaturierung der Fließgewässer
    • 1983 beginnen die ersten Pilotprojekte zur Renaturierung. Zuvor hatte der BUND Hessen 1980 Änderungsvorschläge zur Novelle des Hessischen Wassergesetzes vorgelegt, in deren Folge der Deutsche Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau (DVWK) eine „Empfehlung zur Beachtung ökologischer Aspekte bei Ausbau und Unterhaltung der Gewässer“ herausgegeben, zu denen der BUND wiederum eine umfangreiche Stellungnahme erarbeitet hatte. 1982 wird vom Umweltministerium die erste Richtlinie herausgegeben, die eine vollständige Abkehr von der früheren Praxis der Gewässerbehandlung bedeutet. Damit war die Tür zur BUND-Kampagne „Rettet die Bäche“ geöffnet.
  • Streuobstschutz:
    • 2006: BUND Hessen ruft die Bevölkerung zum E-Mail-Protest gegen die Streichung des Streuobst-Schutzes aus dem Hessischen Naturschutzgesetz auf. Die Kampagne hat Erfolg. Streuobst bleibt weiter gesetzlich geschützt.
  • Partnerschaft im Naturschutz
    • 1994: Nach mehrjähriger Lobby-Arbeit des BUND Hessen wird die Rolle von Landschaftspflegeverbänden mit Drittelparität aus Kommunen, Landwirten und Naturschutzverbänden im Hessischen Naturschutzgesetz verankert. Leider wird die Passage bei späteren Gesetzesnovellen wieder gestrichen.