Der BUND lehnt den Neubau von Kohlekraftwerken - hierbei auch den Block 6 des Kraftwerks Staudinger - ab. Mit dem Brennstoff Kohle sind immense CO2-Emissionen - in diesem Fall ca. 5 Mio. to CO2 im Jahr - verbunden. Die Schäden an Mensch und Natur durch die damit verbundene Klimaveränderung wären auf Dauer mindestens 10-20 mal höher als die Investitionskosten des Kraftwerks. Diese Schäden würden durch E.ON verursacht, aber nicht durch E.ON getragen werden. - Der BUND fordert dagegen, neue Kraftwerke mit erneuerbaren Energien (Solarenergie, Windkraft, Biomasse, Geothermie) zu betreiben, die die geringsten CO2-Emissionen aufweisen.
Durch die Größe des Kraftwerks kann nur ein geringer Anteil der Abwärme in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) genutzt werden. Bundesweit könnte der Anteil des Stroms aus KWK von heute 11 % auf 57% gesteigert werden(1). Block 6 würde hingegen über 50% der Wärme ungenutzt abgeben - Der BUND fordert dagegen, dass viele neue dezentrale Kraftwerke mit Nutzungsgraden bis zu 90% in KWK errichtet werden. (1) Studie des Bremer Energie-Instituts
Der Block 6 würde jährlich ca. 7-8 Mrd. kWh Strom produzieren. Vielfach wird Strom jedoch in allen Anwendungsbereichen ineffizient verwendet. Der gleiche Nutzen kann oft mit mindestens 50% weniger Stromverbrauch erreicht werden. - Der BUND fordert daher, der Stromeffizienz Vorrang einzuräumen. Ein Großteil der Kapazität von Block 6 ist nicht erforderlich.
Der Bedarf an Energie und Dienstleistungen kann anstelle des Block 6 durch Stromeinsparung und erneuerbare Energien mit geringsten CO2-Emissionen, mehr Arbeitsplätzen und volkswirtschaftlichen Vorteilen gedeckt werden. - Der BUND kann ein Konzept für Stromeinsparung und erneuerbare Energien vorlegen.
Gemäß dem Regionalplan 2000 sollen "Großkraftwerke über 200 MW nur erweitert oder an einem neuen Standort errichtet werden, wenn sich aus dieser Maßnahme in der Gesamtbetrachtung ökologische Vorteile ergeben". Dies ist bei Block 6 nicht der Fall. - Der BUND stellt fest, dass Block 6 gemäß dem Regionalplan nicht zulässig ist.
Hinzu kommen zahlreiche weitere schädliche Auswirkungen auf Gesundheit, Naturschutz und den Waldzustand durch die weiterhin hohe Schadstoffbelastung der Luft. Die erforderliche Stilllegung der veralteten Blöcke 1 bis 3 stellt eine hervorragende Chance dar, eine wirkliche Energiewende für den Umweltschutz zu vollziehen. - Der BUND sagt: Jeder Euro für Block 6 ist ein verlorener Euro für den Klimaschutz!
Der BUND ruft Bürger/innen, Politiker/innen der Region um Hanau und Aschaffenburg auf, sich ebenfalls gegen den Bau von Block 6 Staudinger auszusprechen und sich aktiv für die Umsetzung von Stromeinsparung und erneuerbaren Energien einzusetzen.
BUND Landesverband Hessen e.V.
Bund Naturschutz in Bayern e.V. (Landesverband Bayern des BUND)
BUND Wissenschaftlicher Beirat – AK Energie – Energiepolitischer Sprecher
BUND Kreisverbände Mainz-Kinzig, Offenbach , Aschaffenburg
unterstützt durch:
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz BBU, Bonn
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Kreisverband Aschaffenburg