Ergebnisse einer Befragung für das Jahr 2003

Über die Hälfte der hessischen Energieversorgungsunternehmen (EVU) mit Stromvertrieb hat im Jahr 2003 ein Förderprogramm aufgelegt. Leider nützen keineswegs alle Programme der Umwelt und der Ressourcenschonung. Manche sind sogar eher schädlich und sollten aus ökologischer Sicht besser überhaupt nicht angeboten werden. Das ist grob das Ergebnis einer Befragung, die der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen im Frühjahr 2003 bei 55 EVU mit Stromvertrieb erstmalig in Hessen durchgeführt hat.

Energieversorger vertreiben ein Massenprodukt, dessen Verbrauch mit großen Belastungen für die Umwelt, Risiken für die Gesundheit und gesellschaftlichen Konflikten einhergeht. Daraus erwächst für die EVU eine besondere Verantwortung, der sie aber nur unzureichend gerecht werden. Fördermaßnahmen sind nicht alles, aber sie geben eindeutige Hinweise auf die Unternehmensphilosophie eines EVU, und können daher als belastbarer Indikator für das ökologische Verantwortungsbewusstsein eines EVU herangezogen werden.

Die vorliegende Untersuchung soll Verbrauchern, Politikern, aber auch den Versorgern selbst, die Augen öffnen. Sie soll dazu beitragen, dass nachfolgende Förderprogramme sich stärker am Ziel einer zukunftsfähigen Energieversorgung orientieren.

Motivation und Umfang der Untersuchung

  • Nur stromliefernde EVU werden (zunächst) einbezogen. Reine Gas- oder Gas/Wasser-Versorger sind nicht eingeschlossen.
  • Nur die den jeweiligen EVU-Kunden angebotenen Förderprogramme sind Bewertungskriterium.

Die Befragung und ihre Ergebnisse

Bewertungen, Gesamturteile

"Ranking" für die Förderprogramme

Insgesamt ergibt sich für die Förderprogramme folgendes "Ranking": 

  • sehr gut (2 EVU):
    SW Hanau, SW Marburg;
  • gut (2 EVU):
    Mainova Frankfurt, SW Viernheim;
  • befriedigend (2 EVU):
    EVB Butzbach, SW Gießen;
  • ausreichend (5 EVU):
    GGEW Bensheim, OVAG Friedberg, SW Korbach, VEW Korbach, SW Wolfhagen;
  • nicht genügend (36 EVU):
    Nennungen siehe Tabelle;
  • schlecht (7 EVU):
    SW Bebra, EGF Frankenberg, Süwag Energie Frankfurt, KWG Gelnhausen, SW Gelnhausen, EAM Kassel, Gemeinde Wildeck-Obersuhl.

Fazit

Das Förderverhalten der hessischen Strom-EVU ist enttäuschend. Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden die Energieversorger ihrer Verantwortung, Maßnahmen für eine zukunftsfähige Energienutzung zu fördern, nicht gerecht, obwohl in den Begründungen zu den Förderprogrammen oft Gegenteiliges behauptet wird. Die vorliegende Analyse soll vor allem zwei Zielen dienen: Aufklärung leisten bei den Kundinnen und Kunden der EVU und Anlass liefern für die Strom-EVU ihre Förderprogramme zu verbessern.
Der BUND Landesverband Hessen hofft, bei der laufenden Aktualisierung der Fördermaßnahmentabelle, in den kommenden Monaten viele Verbesserungen einfügen zu können.

Tabelle und Erläuterungen zur Tabelle "Fördermaßnahmen der hessischen Strom-EVU"

Tabelle "Fördermaßnahmen der hessischen Strom-EVU" (pdf; 60 KB)

Erläuterungen zur Tabelle "Fördermaßnahmen der hessischen Strom-EVU"

  1. Zeilenschraffur
    kennzeichnet jene EVU, die auf schriftliche Nachfrage ein Förderprogramm gemeldet haben.
  2. Spaltenüberschriften
    Effizienzmaßnahmen (Strom, Wasser, Wärme)

    spars. Kühl-/Gefriergeräte = Kühl- und/oder Gefriergeräte mit hoher Effizienzanforderung
    Heizungsumwälzpumpen = drehzahlgeregelte Umwälzpumpen für Zentralheizungsanlagen
    el. Heizkörperventile = programmierbare, elektronisch gesteuerte Heizkörperventile
    Stand-by-Sparbox = dient der automatischen Unterdrückung des Stand-by-Verbrauchs
    Thermo-Stop-Schalter = dient der Selbstabschaltung elektrischer Untertisch-Heißwassergeräte
    Warmw.-Waschmaschinen = Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss
    Wasser-Spar-Sets = Perlatoren, WC-Spülkasteneinsätze
    Wärmerückgewinnung =Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung
    Passivhausbau = Neubau von Passivhäusern
  3. Fußnoten
    2a) Das EVU gehört zu Süwag Energie AG (Zeile 17)
    7a), 16a), 23a) Fördermaßnahmen wie bei EAM (Zeile 33)
    8a) Solarstrom: kostenloser Einspeisezähler
    17a) elektr. Direktheizung: Diese wird in Kombination mit Lüftungs-WP als "Elektro-Restheizung" gefördert
    18a) Förderbroschüren geben nur bei Umstellungen auf Erdgas Auskunft über Höhen der Förderungen
    22a) Solarstrom: zusätzliche Einspeisevergütung von 5,62 Ct/kWh
    24a) Solarstrom: Investitionszuschuss bis 1500 EURO pro Anlage
    29a) spars. Kühl-/Gefriergeräte: gefördert werden Geräte mit 10% höherer Effizienz als Klasse A
    29b) Analyse/Controlling: kostenlose Haushaltsenergie-Analyse mit Grafikdarstellungen und Effizienztipps
    35a) Solarthermie: Der Investitionszuschuss ist gekoppelt an Heizungsumstellung auf Erdgas
    41a) Fördermaßnahmen sind in ausführlicher, bebildeter Broschüre dargestellt
    46a) spars. Kühl-/Gefriergeräte: gefördert werden Geräte der Effizienzklasse A
    50a) ErdgasKFZ/Erdgastankstelle: Maßnahmen noch im Jahr 2003 vorgesehen

Kontakt

Weitere Informationen bekommen Sie über den Arbeitskreis Energie des BUND Hessen:
Kontaktinformationen zum Arbeitskreisenergie…



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