5-Minuten-Info:
„Stoppt Fracking in Hessen und anderswo!“

Was soll geschehen? - Fracking in Nordhessen

Gasgräberstimmung zwischen Nord- und Bodensee: Exxon Mobil, RWE, dea, Wintershall, BNK und andere wollen die schwer zugänglichen unkonventionellen Erdgaslagerstätten erschließen. Die Konzerne vermuten große Mengen Erdgas im Untergrund, das sie mit Hilfe der umstrittenen Fracking-Methode fördern wollen.

Die BNK Deutschland GmbH will dies in Hessen tun. Ein entsprechender Antrag auf Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen wurde beim Bergamt des Regierungspräsidiums Darmstadt gestellt. Das betroffene Gebiet erstreckt sich über alle nordhessischen Landkreise (Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Kassel-Land, Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg) sowie über die Stadt Kassel und den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Das beantragte Aufsuchungsfeld „Adler South“ umfasst eine Fläche von insgesamt 5.212 km².


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Was ist Fracking?

Der Begriff Fracking (Hydraulic Fracturing) bezeichnet eine Methode zur Gewinnung von Erdgas aus Schiefergestein, bei der mit Chemikalien und Wasser versetzter Sand eingesetzt wird.

Welche Risiken gibt es beim Fracking?

Das BNK-Vorhaben in Hessen und die Kritik des BUND

Titelblatt des Flyers „Umweltrisiko Fracking”
Laden Sie sich das BUND Hessen Faltblatt zum „Umweltrisiko Fracking“ (pdf; 290 KB) herunter.

Im Juni 2012 fanden auf Einladung des Umweltministeriums bzw. des Regierungspräsidiums Kassel zwei Informationsveranstaltungen zum Thema Erdgas-Fracking in Nordhessen statt.
Die BNK Deutschland informierte über den Umfang und mögliche Auswirkungen der von ihr beantragten Erkundungserlaubnis.

Mit der bergrechtlichen Erlaubnis wird die Voraussetzung für die Durchführung eines geologischen Erkundungsprogramms geschaffen, nicht jedoch das sogenannte „Fracking“ als unkonventionelle Methode der Erdgasgewinnung zugelassen. Die Erkundungsarbeiten werden nach Auskunft des Unternehmens bis 2015 dauern.

Nach Auffassung des BUND ist das Fracking eine Technologie, die erhebliche Risiken für die Umwelt birgt und deren Folgen nicht abschätzbar sind.

Besonders kritisiert der BUND auch, dass nach deutschem Recht für die Erkundung von Lagerstätten weder eine Öffentlichkeitsbeteiligung noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen ist. Solange diese nicht erfolgt, fordert der BUND die Landesregierung auf, eine Erschließung unkonventioneller Erdgasvorkommen nicht zu genehmigen.

Wir brauchen Fracking nicht. Energiewende: Sparen statt Fracking

Hocheffiziente und schnell regelbare Gaskraftwerke stellen eine Brücke hin zu einer vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung – weg von Kohle und Atom – dar.

Dennoch darf es keine Erdgasförderung um jeden Preis geben. Die Erdgasförderung aus nicht-konventionellen Lagerstätten verursacht schwerwiegende Umweltprobleme und hat eine deutlich schlechtere Klimabilanz als Erdgas aus herkömmlichen Lagerstätten. Vorrang muss auf jeden Fall das Energiesparen bekommen.

Für 13 Jahre des deutschen Erdgasverbrauchs würden laut Umweltbundesamt die mittels Fracking erschließbaren Erdgasvorkommen in Deutschlang reichen. Würde man aber in den nächsten Jahren den Erdgasverbrauch zum Heizen und
den der Industrie um 30-50% senken – und bis 2050 praktisch auf Null bringen, würde man etwa die doppelte Menge von Erdgas einsparen als was durch Fracking in Deutschland gewonnen werden könnte.

Besser ist es somit, Erdgas nicht mehr durch die Fenster schlecht gedämmter Wohnungen zu verheizen als unkalkulierbare Risiken für Boden und Grundwasser durch Fracking einzugehen.

Weitere Informationen zum Erdgas-Fracking

Beim BUND Kreisverband Waldeck-Frankenberg sind viele Informationen rund um das Fracking und die Vorhaben in Nordhessen zusammengestellt. Dort können Sie auch den Newsletter zum Thema abonnieren:
www.bund-waldeck-frankenberg.de/themen_und_projekte/fracking/

Der BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen hat auf seiner Webseite viele weitere Informationen zum Erdgas-Fracking zusammengestellt:
www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/erdgas_fracking/#c50273



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