Flugverkehr schädigt Mensch, Klima und Umwelt – kein Ausbau des Frankfurter Flughafens

Resolution der Landesdelegiertenversammlung des BUND Hessen e.V. am 21. März 1998


Wir vom BUND sind überzeugt, daß eine weitere Steigerung des Flugverkehrs insgesamt und eine Kapazitätserweiterung des Frankfurter Flughafens im Besonderen nicht zukunftsfähig ist und im krassen Gegensatz zu der von der Rio-Konferenz 1992 in der Agenda 21 festgelegten Forderung einer global nachhaltigen Entwicklung, insbesondere dem Klimaschutz, steht.

Wir vom BUND sind überzeugt, daß der weitere Ausbau des Frankfurter Flughafens nicht zukunftsfähig ist, weil er die Zukunft der Region als Lebensraum mit zunehmender Lärm-, Luft- und Verkehrsbelastung gefährdet. Der schon heute unerträgliche Lärmpegel und die steigende Belastung der Atemluft mit Schadstoffen stehen in massivem Widerspruch zum Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, das die Verfassung der Bundesrepublik garantiert.

Wir vom BUND sehen die Forderung nach Ausbau des Frankfurter Flughafens auch über die jetzige Flughafenbegrenzung hinaus als einen schweren Vertrauensbruch früherer politischer Zusagen an die Bevölkerung.

Für uns vom BUND steht die Forderung nach ständigem Wachstum des Flughafens und die wachsende Zahl von Starts und Landungen im Widerspruch zur ökonomischen Vernunft, wenn die vom Flughafen erhofften zusätzlichen Wirtschaftsimpulse sich in der Realität vornehmlich in den Geschäftsbilanzen der Gesellschaften als Gewinne widerspiegeln. Das immer wieder vorgeschobene Argument, neue Arbeitsplätze zu schaffen, hat sich nicht erfüllt, sondern zu einer Verlagerung von Arbeitsplätzen, zu Rationalisierungen und zu Arbeitsplatzabbau an anderer Stelle geführt.

Wir vom BUND fordern, daß endlich Schluß damit sein muß, Gewinne zu privatisieren und die gesundheitlichen Kosten, die verstärkt entstehen, der Allgemeinheit aufzubürden. Vordringliches Politikziel für den Flughafen muß deshalb die Realisierung konkreter Lärm- und Schadstoffminderungsprogramme sein. Wir vom BUND fordern deshalb die Hessische Landesregierung auf, unverzüglich eine Gesamtbelastungsstudie für die Flughafenregion erstellen zu lassen.

Wir vom BUND fordern:

  • eine Besteuerung des Flugtreibstoffes Kerosin
  • keine Steigerung des europäischen Flugverkehrs
  • eine intelligente Arbeitsteilung zwischen allen Verkehrsträgern anstelle einer Steigerung der Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen
  • eine Untersuchung zur Umweltsituation und Gesundheitsbelastung in der Flughafenregion
  • die Festlegung einer zulässigen Gesamtlärmbelastung in der Flughafenumgebung
  • keine Privatisierung des Frankfurter Flughafens
  • ein generelles Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr
  • keine weiteren Waldrodungen in der Rhein-Main-Region


Wir vom BUND kündigen im Interesse der betroffenen Menschen, der Region und der Umwelt unseren entschlossenen Widerstand gegen den Bau einer neuen Start- und Landebahn, gegen die Spreizung der Landebahnen und gegen jegliche bauliche Erweiterung der Start- und Landebahnen am Frankfurter Flughafen, sowie gegen eine zivile Nutzung des Militärflughafens Wiesbaden-Erbenheim an.



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Gegen Ausbau des Rhein-Main-Flughafens

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Der BUND engagiert sich, zusammen mit zahlreichen Bürgerinitiativen, gegen einen Ausbau des Rhein-Main-Flughafens in Frankfurt.

www.zukunft-rhein-main.de

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