5. Dezember 2017

Weltbodentag: BUND fordert von Landesregierung mehr Anstrengung zum Schutz von Böden und Freiflächen

Weltbodentag – Flächenversiegelung auf netto null senken! (Grafik: Niko Martin)

Frankfurt am Main, 05.12.2017

Anlässlich des Weltbodentags fordert der hessische Landesverband des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) von der Landesregierung mehr Anstrengung zum Schutz von Böden und Freiflächen.

Jörg Nitsch, Vorstandssprecher des BUND: „Das im Entwurf zur Fortschreibung des Landesentwicklungsplans festgelegte Ziel, die Flächenversiegelung auf 2,5 ha pro Tag zu begrenzen, ist völlig unzureichend. Es wird dazu führen, dass in erheblichem Umfang Böden zubetoniert werden, die dadurch ihrer natürlichen Funktionen beraubt und der Nutzung als Produktionsfläche für Nahrungsmittel entzogen werden.“

Nach Auffassung des BUND muss die Flächenversiegelung hessenweit bis 2020 auf 1 ha pro Tag und bis 2050 auf „Netto-Null“ gesenkt werden.

Die im LEP-Entwurf vorgelegte Zielmarke von 2,5 ha/Tag steht im Widerspruch zur aktualisierten Zielvorstellung der Bundesregierung, die in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, festgeschrieben ist. Die Bundesregierung strebt eine Reduzierung der bundesweiten Flächenversiegelung auf unter 30 ha/Tag bis 2030 an.

Jörg Nitsch: „Die Ressource „Fläche“ ist endlich. Jede Flächenversiegelung, die größer als Netto-Null ist, führt dazu, dass irgendwann die Freifläche vollständig aufgebraucht ist. Das ist alles andere als nachhaltige Politik. Notwendig ist der Einstieg in eine Flächenkreislaufwirtschaft.“

Der BUND verweist darauf, dass in den Jahren 1992 bis 2012 die Landwirtschaftsfläche bundesweit um rund 860.000 ha abgenommen hat, was mehr sei als die gesamte Landwirtschaftsfläche Hessens, die rund 770.000 ha umfasst.

Rückfragen:

Michael Rothkegel, BUND-Geschäftsführer, Tel. 069 67737612